Zukunft gestalten

Es ist schon seltsam, aber Teile der jungen Generation („Fridays for Future“) scheinen etwas verstanden zu haben, was noch nicht von vielen verstanden worden ist: Die Zukunft liegt in unserer Hand, nicht in der Hand der sogenannten „Mächtigen“, die oft nur Opfer ihres Machtwillens sind und nicht mehr freie Menschen, auch nicht in der Hand von Reichen und Superreichen, die in ihrer Gier nach immer mehr Reichtum gefangen sind. Sie haben keine Idee von der Zukunft, oder nur eine selbstbezogene Vorstellung davon. (Auf den Mars reisen ist nun mal keine Option für die Menschheit.)

Die Zukunft gehört denjenigen, die sie gestalten. Und wir Menschen sind mittlerweile so weit emanzipiert von den unmittelbaren Zwängen der Natur, dass uns das möglich ist. Es erfordert allerdings ein anderes Denken: Wir müssen von der Zukunft her denken – d.h. wir müssen uns selbst fragen, „Was bedeuten unsere Handlungen für die Zukunft?“ Welche Weichen stellen wir für die nachfolgenden Generationen? Was will ich sein oder werden? Was wollen wir sein oder werden? Eine Hoffnung für die Zukunft oder die Totengräber für alles menschliche Leben auf diesem Planeten?

Dabei meine ich aber nicht nur unseren übermäßigen Verbrauch an Energien, Rohstoffen und Ressourcen. Es ist ebenso die Frage nach menschlichen Qualitäten. Wollen wir unseren Kindern eine unmenschliche Welt ohne Liebe, Wärme, Ehre und Respekt hinterlassen? Was ist mit der Ethik, den Fragen nach Sinn? Wir können persönlich vielleicht wenig tun, um die physische Verschmutzung der Erde zu verhindern, aber wir können alle unseren Teil dazu beitragen, das menschliche Werte erhalten bleiben und wachsen können, indem wir diese in die Welt tragen. Ein Lächeln für die gestresste Kassiererin im Supermarkt, ein freundliches Wort für jemand, der es braucht, konkrete Hilfe für jemanden in Not.

Aber auch einmal unsere eigenen Beschränkungen überwinden, mutig sein und vertrauen. Denn Zukunft braucht Mut.

Wir glauben oft nicht, dass das was wir selbst tuen etwas bewirkt, weil so etwas nicht in den Nachrichten erscheint, wir keinen Verdienstorden dafür bekommen und auch für die „sozialen“ Medien uninteressant ist. Aber es ist die „Erde“, aus der menschliche Qualitäten, Talente, Inspirationen und die Zukunft wachsen können. Nehmen wir uns alle ein wenig wichtiger! Was wir tun, zählt – für unser eigenes Leben, aber auch darüber hinaus.

Deshalb: Jeder Tag und jede Stunde für die Zukunft! (Aber Freitag ist ja schon mal ein Anfang)

Eine gerechte Gesellschaft

Ich bin nicht so recht zufrieden mit meinem letzten Blogbeitrag („Was ist gerecht?“), (und einige meiner Leser auch nicht) weil er nicht versucht, von der Zukunft zu kommen, sondern als Kritik am heutigen Zustand beginnt. Wie also könnte eine menschliche Gesellschaft aussehen?

Jeder Mensch, der hier auf die Erde kommt, ist eine Bereicherung, und nicht nur für seine Eltern. Er ist hier gewollt, erwünscht und wird gefördert und umsorgt. Da die Erde überreich ist in allem, was sie hervorbringt, ist es gar keine Frage, dass das neue Leben mit allen, was es braucht, versorgt wird, ganz unabhängig davon, ob seine Eltern reich oder arm sind, denn es ist ein selbständiges, unabhängiges Leben, es ist Teil der Zukunft.

Wenn das Kind dann erwachsen wird, kann es tuen und lassen, was es will, es bekommt eine Grundversorgung, die ihm ein sorgenfreies Leben ermöglicht, denn wer kann schon sagen, welches Handeln der Gesellschaft nützlich ist oder nicht. Wissen wir, welchen Beitrag zum Beispiel Nonnen und Mönche mit ihrer Lebensweise für die Gesellschaft beitragen? Welche Bedeutung Obdachlose für unsere Gesellschaft haben, die uns aufzeigen, dass es ein Leben außerhalb der Leistungsgesellschaft gibt? Sollen wir nicht auch Menschen unterstützen, die im Regelwerk der modernen Gesellschaft keinen Platz finden? Was ist mit all denen, die nach menschlicher Weiterentwicklung suchen oder nach Gott? 

Ich will damit auf keinen Fall Schmarotzertum unterstützen, aber ich bin mir sicher, dass alle Menschen tief in ihrem Inneren auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben sind. Menschen sind hier mit einer Aufgabe, einer universellen/spirituellen Aufgabe hergekommen, und diese ist es sicherlich nicht, Mehrwert zu schaffen.

Da der Planet uns alles gibt, ohne daran irgendwelche Bedingungen zu knüpfen, warum sollten wir das nicht auch so machen? Denn es ist genug da für jeden, wenn nicht einige von maßloser Gier besessen wären und so viel mehr für sich beanspruchen, als sie brauchen. Viele dieser Menschen haben ihre universelle Aufgabe schon längst vergessen.

Wir sollten menschliches Leben unterstützen in jeder Form.  Dann ist es auch egal, ob einer viel leisten kann oder wenig, ob er alt und krank oder behindert  ist, es spielt gar keine Rolle, denn es ist ja nicht unser Verdienst, gesund und leistungsfähig zu sein, sondern das ist eine Gnade, und was wollen wir denn noch?

Damit entfällt dann ein ganz großer Teil der Bürokratie, die auf nicht anderem als auf Misstrauen beruht und kaum etwas  anderes als eine ungeheure Zeitverschwendung ist, ein Moloch, der ständig wächst wie ein Krebsgeschwür und neue Ideen und Kreativität unterdrückt und Menschen kontrollieren will. 

Wenn wir das ganze Geld und die ganze Forschung, die heute in Rüstung, Werbung, Schmiergeld und andere zweifelhafte Dinge gesteckt werden, benutzen würden, um für alle Menschen eine gute Grundlage für menschliches Leben zu schaffen…? Das wäre auf jeden Fall effektiver als die Spirale von Aufrüstung und Gegenaufrüstung weiter zu treiben. Die Erde könnte das Paradies sein, welche sie heute schon ist. Wir müssen dafür nur aufhören, um uns selbst zu kreisen, oder es wie unser Planet tun, der durchaus um sich selbst kreist, aber auch um etwas viel Größeres.

Gedicht

Das ist jetzt kein Gedicht von mir, aber ein Gedicht, welches – so glaube und hoffe ich – ganz gut mit dem übereinstimmt, was ich versuche, zu sagen. Es ist ein Gedicht von Regina Key, und hat keinen Titel. Ich finde es wunderschön. Danke Regina, für die Erlaubnis, es hier zu veröffentlichen.

In meinen Augen steht

ein namenloses Morgenlicht,

das mich erlöst aus aller Menschennacht.

Ich fühle wie der Winter bricht und ein Erwachen geht in allen Dingen.

Im Chore derer, die das Leben singen

sage ich Dir einen Weltfrühling an

von nie gesehener Pracht.