Lebensmittelkauf im Jahre 2040

Gehen wir im Jahr 2040  Lebensmittel einkaufen, wird das etwas anders aussehen als heute. Es gibt keine „Bioabteilung“ oder „Bio“-Kennzeichnung, weil alles, was es zu kaufen gibt, „Bio“ ist. Denn es handelt sich ja schließlich um Lebensmittel, nicht um Ware. Lebensmittel, ein Mittel zum Leben, das steckt schon im Namen.

Die Erde bringt diese Lebensmittel ganz natürlich und sehr bereitwillig hervor, in einem lebendigen Prozess des Austausches von ihrer eigenen Essenz mit der Energie der Sonne. (Wenn sich also jemand als Lebensmittelproduzent bezeichnet, so ist das Etikettenschwindel, oder haben sie schon mal einen Menschen gesehen, der z.B. eine Kartoffel produziert?)  Wir können säen und ernten, die Produktion ist nicht in unserer Hand. Aber sie ist in sicherer guter Hand, denn die Erde hat Jahrtausende lange Erfahrung, das jeweils Bestmögliche zu erzeugen. Jede industrielle Einwirkung auf das erzeugte Produkt bringt es weiter weg von diesem natürlichen, lebensnahen Prozess, und birgt damit das Risiko für Allergien, Mineralstoffmangel und Schadstoffbelastungen…

Es wird in der Zukunft auch deshalb gesunde, natürliche Lebensmittel geben, weil sich die Erkenntnis durch gesetzt hat, dass es nicht nur auf die chemischen Inhaltsstoffe eines Lebensmittels ankommt, sondern das dort auch elektrische Komponenten mitschwingen, die durch eine Analyse nicht zu Tage treten. Dabei wissen wir alle schon heute darüber Bescheid. Es gibt Restaurants, die werben: „Hier kann man futtern, wie bei Muttern“ oder ähnliches. Was also ist das Geheimnis der guten Küche von Mutter? Wahrscheinlich war es nicht besonders raffiniert, aber es war mit Liebe gekocht. Eine Zutat, die man im besten Sternerestaurant nicht finden wird. Das Beste, was man finden kann, ist dass es mit Freude und Leidenschaft gekocht wird, und das ist ein ganz guter Ersatz für die mütterliche Liebe. Das scheint mir auch der Schlüssel für eine gute Ernährung in der Zukunft zu sein. Es darf nicht in erster Linie ums Geldverdienen  gehen, sondern darum, dass man etwas mit Freude, Hingabe, Umsicht und Sorgfalt tut. Wie kann man ein gutes Lebensmittel produzieren, wenn man es sein eigenes Tun nicht achtet und schätzt. Wenn man nicht selbst lebt, wird das Ergebnis unserer Bemühungen nie zur Bereicherung des Lebens beitragen. 

 

Eine gerechte Gesellschaft

Ich bin nicht so recht zufrieden mit meinem letzten Blogbeitrag („Was ist gerecht?“), (und einige meiner Leser auch nicht) weil er nicht versucht, von der Zukunft zu kommen, sondern als Kritik am heutigen Zustand beginnt. Wie also könnte eine menschliche Gesellschaft aussehen?

Jeder Mensch, der hier auf die Erde kommt, ist eine Bereicherung, und nicht nur für seine Eltern. Er ist hier gewollt, erwünscht und wird gefördert und umsorgt. Da die Erde überreich ist in allem, was sie hervorbringt, ist es gar keine Frage, dass das neue Leben mit allen, was es braucht, versorgt wird, ganz unabhängig davon, ob seine Eltern reich oder arm sind, denn es ist ein selbständiges, unabhängiges Leben, es ist Teil der Zukunft.

Wenn das Kind dann erwachsen wird, kann es tuen und lassen, was es will, es bekommt eine Grundversorgung, die ihm ein sorgenfreies Leben ermöglicht, denn wer kann schon sagen, welches Handeln der Gesellschaft nützlich ist oder nicht. Wissen wir, welchen Beitrag zum Beispiel Nonnen und Mönche mit ihrer Lebensweise für die Gesellschaft beitragen? Welche Bedeutung Obdachlose für unsere Gesellschaft haben, die uns aufzeigen, dass es ein Leben außerhalb der Leistungsgesellschaft gibt? Sollen wir nicht auch Menschen unterstützen, die im Regelwerk der modernen Gesellschaft keinen Platz finden? Was ist mit all denen, die nach menschlicher Weiterentwicklung suchen oder nach Gott? 

Ich will damit auf keinen Fall Schmarotzertum unterstützen, aber ich bin mir sicher, dass alle Menschen tief in ihrem Inneren auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben sind. Menschen sind hier mit einer Aufgabe, einer universellen/spirituellen Aufgabe hergekommen, und diese ist es sicherlich nicht, Mehrwert zu schaffen.

Da der Planet uns alles gibt, ohne daran irgendwelche Bedingungen zu knüpfen, warum sollten wir das nicht auch so machen? Denn es ist genug da für jeden, wenn nicht einige von maßloser Gier besessen wären und so viel mehr für sich beanspruchen, als sie brauchen. Viele dieser Menschen haben ihre universelle Aufgabe schon längst vergessen.

Wir sollten menschliches Leben unterstützen in jeder Form.  Dann ist es auch egal, ob einer viel leisten kann oder wenig, ob er alt und krank oder behindert  ist, es spielt gar keine Rolle, denn es ist ja nicht unser Verdienst, gesund und leistungsfähig zu sein, sondern das ist eine Gnade, und was wollen wir denn noch?

Damit entfällt dann ein ganz großer Teil der Bürokratie, die auf nicht anderem als auf Misstrauen beruht und kaum etwas  anderes als eine ungeheure Zeitverschwendung ist, ein Moloch, der ständig wächst wie ein Krebsgeschwür und neue Ideen und Kreativität unterdrückt und Menschen kontrollieren will. 

Wenn wir das ganze Geld und die ganze Forschung, die heute in Rüstung, Werbung, Schmiergeld und andere zweifelhafte Dinge gesteckt werden, benutzen würden, um für alle Menschen eine gute Grundlage für menschliches Leben zu schaffen…? Das wäre auf jeden Fall effektiver als die Spirale von Aufrüstung und Gegenaufrüstung weiter zu treiben. Die Erde könnte das Paradies sein, welche sie heute schon ist. Wir müssen dafür nur aufhören, um uns selbst zu kreisen, oder es wie unser Planet tun, der durchaus um sich selbst kreist, aber auch um etwas viel Größeres.

Was ist gerecht?

Die Welt, wie sie heute ist, ist ziemlich absurd. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte mehr für z.B. einen gerechten Lohn oder auch einen angemessenen Preis. Da verdienen einige Menschen mehrere Millionen im Jahr und keiner weiß warum, andere schuften sich ab für einen Hungerlohn und wissen schon jetzt, dass sie im Alter arm seien werden, egal wie fleißig sie heute auch sind.

Und es geht dabei gar nicht um gesellschaftlichen Nutzen, denn welchen gesellschaftlichen Nutzen haben z.B. Waffenproduzenten? Ihre Produkte dienen einzig und allein zerstörerischen Zwecken, aber trotzdem verdienen sie sehr viel Geld. Welchen Nutzen haben Bürokraten, die das Leben in Schubladen packen und alles, was nicht in ihre Schubladen passt, unterdrücken und behindern?

Es ist mir z.B. völlig unverständlich, dass Menschen, die Leben retten, wie zum Beispiel Ärzte, in vielen Fällen weniger verdienen, als die Menschen, deren Leben sie retten – wenn das nicht absurd ist. Jedoch kann man durch Spekulation, die keinem nutzt als dem Spekulanten, viel schneller reich werden als durch nützliche, produktive Arbeit.

Die Dinge brauchen eine ganz neue Grundlage. Und die einzige gerechte Grundlage scheint mir heute die investierte Zeit zu sein. Zeit ist der einzige objektiv messbare Wert.

Wir kommen auf diese Welt und haben eine bestimmte Zeit hier auf diesem Planeten, um zu wachsen (und das nicht nur körperlich), um zu lernen, um herauszufinden, wer wir wirklich sind und wenn wir wollen, uns in den Dienst von höheren Dingen zu stellen, oder auch in den Dienst zerstörerischer Kräfte. Zeit ist also unser kostbarster Besitz, schon allein deshalb, weil unsere Lebenszeit immer und beständig abnimmt, von unserer Geburt an bis zu unserem Tod, jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde. Wenn wir also etwas für andere tun oder für die Gesellschaft, geben wir etwas vom Kostbarsten ab, was wir haben. Daraus ergibt sich für mich die Folgerung, dass die einzige halbwegs gerechte Grundlage für eine Entlohnung nur die investierte Zeit sein kann.

Vielleicht gibt es in der Zukunft kein Geld mehr, keine Ausbeutung und keine Armut. Es gibt nämlich bessere, stärkere und viel menschlichere Motive etwas zu tun, als für Geld. So wie es jetzt ist, ist es jedenfalls ungerecht und damit eine Quelle von Unzufriedenheit, Frustration und letztendlich Hass. Ich bin mir sicher, dass es in einer gerechten Welt, keinen Terrorismus mehr geben wird. Also, machen wir die Welt gerechter, anstatt aufzurüsten um Krieg gegen Terror zu führen.

Über die menschliche Sprache

 

Sprache ist eines der wesentlichen Merkmale unseres Menschseins. Sprache zeigt, wie weit wir uns von den tierischen Mitbewohnern auf unserem Planeten unterscheiden. Natürlich kommunizieren die anderen Lebewesen dieses Planeten auch miteinander, jedoch ist Sprache viel komplexer, vielschichtiger und universeller als z.B. der Gesang der Vögel oder Buckelwale – so faszinierend diese auch sind.

Nehmen wir doch einmal ein Wörterbuch in die Hand, eine Welt zum Staunen öffnet sich beim Öffnen. So viele Worte, von denen wir in unserem Alltagsleben nur ganz wenige gebrauchen. Und dann gibt es nicht nur eine Sprache – ich habe keine Ahnung, wie viele verschiedene Sprachen es auf dieser Welt gibt und gab. Alle beschreiben die Welt in unvergleichlicher Weise.

Ohne Sprache sähe die Welt unvorstellbar anders aus. Es gäbe keine Staaten, keine komplexen sozialen Gebilde. Es gäbe keine Geschichten und auch keine Geschichte, keine Poesie, keine Literatur und keine Wissenschaft..

Es gibt aber auch  gefährliche Seiten von Sprache. Sie kann für manipulative Zwecke missbraucht werden. Im Mittelmeer ertrinken keine „Flüchtlinge“, sondern Menschen wie Du und ich. Es sind einfach Menschen, die auf der Flucht sind. Die Worte Flüchtlinge, Ausländer, Immigranten, Asylsuchende usw. stellen etwas temporäres an die Stelle des Prinzipiellen. Womit wir unsere Lebenszeit verbringen unterliegt stetigem Wandel, aber wir werden als Menschen geboren, leben als Mensch und sterben auch als Mensch. Das ist das erste Prinzip, alles andere ist zweitrangig.   

Die zweite Gefahr liegt meines Erachtens darin, dass, wenn ich etwas benennen, bezeichnen und beschreiben kann, das noch lange nicht heißt, dass ich es verstehe. Wir betrügen uns selbst, wenn wir das meinen und schneiden uns von den Wundern und Geheimnissen dieser Welt ab. Zum Beispiel sagt die Wissenschaft, dass das Universum mit dem Urknall begonnen hat. Tolles Wort: „Urknall“. Leider erklärt es überhaupt nichts. Es sagt nichts aus über das Wesen der Welt, den Sinn des Lebens, den Grund für unsere Existenz…Ein anderes Beispiel: Wir treffen einen anderen Menschen. Damit treffen wir ein anderes Universum, tief und unergründlich. Das wir dieses Universum dann „Paul“ oder „Erika“ nennen, ist hilfreich im Umgang miteinander. Wir dürfen damit jedoch nicht der Illusion verfallen, den anderen zu kennen. Sprache kann nur Hinweise geben, das Leben ist so viel reicher als alle Wörter der Welt zusammen genommen,

Schätzen wir die Sprache als eine großartige Gabe, seinen wir vorsichtig in ihrem Gebrauch und lassen wir uns nicht von ihr blenden. Es gibt ein Wissen jenseits von Worten.  

Gedicht

Das ist jetzt kein Gedicht von mir, aber ein Gedicht, welches – so glaube und hoffe ich – ganz gut mit dem übereinstimmt, was ich versuche, zu sagen. Es ist ein Gedicht von Regina Key, und hat keinen Titel. Ich finde es wunderschön. Danke Regina, für die Erlaubnis, es hier zu veröffentlichen.

In meinen Augen steht

ein namenloses Morgenlicht,

das mich erlöst aus aller Menschennacht.

Ich fühle wie der Winter bricht und ein Erwachen geht in allen Dingen.

Im Chore derer, die das Leben singen

sage ich Dir einen Weltfrühling an

von nie gesehener Pracht.

Eine transparente Gesellschaft

Die Gedanken zu diesem Blog sind mir gekommen, nachdem die Computer der Bundestagsabgeordneten „gehackt“ worden sind. In einem Interview mit einem Sicherheitsexperten sagte dieser in etwa folgendes: Das waren nicht die Russen (die die Computer gehackt haben), die sind so gut, dass das wahrscheinlich nie aufgefallen wäre.!!!

Das heißt doch ganz einfach im Klartext, dass es gar keinen Schutz vor Bespitzelung und Überwachung gibt und geben kann. Ja, warum machen wir es nicht gleich ganz anders? Was haben wir eigentlich zu verbergen?

In der heutigen Gesellschaft ist Wissen gleich Macht. Wir glauben, wenn einer unsere Schwächen kennt, ist er uns überlegen. Das ist jedoch völliger Unsinn. Wir sind stark, sonst könnten wir hier gar nicht leben. Hinter uns, hinter jedem von uns, steht die Kraft dieses Planeten, der uns erhält, versorgt und umsorgt. Es ist schließlich der Planet, der unser Herz schlagen lässt und uns damit am Leben erhält. Dafür können wir nichts als dankbar sein, denn wir würden in unserer Hektik, unserem Stress und unserer Geschäftigkeit ständig vergessen, uns um unseren Herzschlag zu kümmern. Und müssten wir uns um solche Dinge kümmern, hätten wir keine Zeit mehr für anderes. Deshalb ist der Planet das entscheidende Kriterium, und nicht die Meinung anderer, und auch nicht unsere eigene.

Wir sind alle Menschen, und keiner von uns ist fehlerlos oder gar perfekt. Das ist jedoch völlig belanglos, weil wir auf der anderen Seite ungeahnte Fähigkeiten haben. Nur wir haben überhaupt die Idee und den Impuls, von diesem unseren Planeten hoch zu sehen in die Weite des Weltalls, und uns dann zu fragen, woher das alles kommt, welchen Platz wir darin haben und zu staunen über etwas, was in seiner Größe all unser Denken und Begreifen übersteigt, in das wir gleichzeitig  eingebunden sind.

Warum sollten wir angesichts dieser Größe nicht dazu stehen, wer wir wirklich sind. Aufhören mit den ganzen Versteckspielen. Auf einer größeren Ebene aufhören mit Geheimdiplomatie, Geheimdiensten, Geheimagenten und diesem ganzen Unfug. Denn all dieses führt nur zu Misstrauen und Angst: was weiß man über mich, und ist dass, was man weiß, überhaupt richtig?  Wenn man etwas über mich wissen möchte, gibt es einen ganz einfachen Weg: Man kann mich fragen!Warum spielen wir nicht mal mit offenen Karten. Dann aber auch wirklich alle, auch die staatlichen Institutionen, so weit sie weiterhin notwendig sind, denn Vieles kann dann ganz einfach wegfallen, weil es unnötig geworden ist. Und wir Menschen können endlich zu unserer Größe stehen. Wir haben nichts zu verbergen, nicht zu verstecken und müssen uns für nichts schämen, denn wir sind hier erwünscht und gebraucht, auch wenn wir nicht immer wissen, wozu. Wir brauchen eine Gesellschaft, die auf Vertrauen gebaut ist – und nicht auf Misstrauen. Dann können wir endlich aufrecht, ehrlich, stolz und frei leben, einfach menschlich.

Respektvoll leben

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Dieser Planet, auf dem wir leben, ist so ungefähr 4,6 Milliarden Jahre alt, in einem Universum, welches unserer Berechnung nach ca. 13,7 Milliarden Jahre alt ist. (Das ist zurück gerechnet bis zum Urknall – Was war vorher? ) Uns Menschen gibt es – soweit wir es wissen – gerade erst mal 7 Millionen Jahre lang. Wir sind damit die absoluten Neuankömmlinge hier. Das scheint uns jedoch scheinbar weitgehend egal zu sein.

Zugegeben, wir Menschen sind die Cleversten hier, wir haben Techniken entwickelt, die nicht nur diesen Planeten verändern, sondern sogar zerstören können. Wir haben viele, viele Arten schon ausgerottet und tuen es weiterhin… So wir sind ganz schön schlau, aber weise sind wir offensichtlich nicht. Wir werden – wenn wir so weiter machen –  unseren Nachfahren einen geplünderten, vergifteten, in großen Teilen unbewohnbaren Planeten hinterlassen.

Was uns fehlt, ist der Respekt für diesen Planeten und was er in jedem Augenblick für uns tut. Es ist unser Heimatplanet, und er ist völlig alternativlos für uns. Wir sind hier, um Zeugen zu sein, Zeugen der unzähligen Wunder, die jeden Augenblick um uns herum geschehen. Nur wir Menschen sind in der Lage, sich dieser Wunder bewusst zu sein. Dafür müssen wir jedoch die Filter von: „Wie kann ich davon profitieren?“ „Wie kann ich das am Besten vermarkten?“  „Was bringt mir das?“ usw. ablegen, und die Dinge so sehen wie sie wirklich sind. Als kleines Beispiel: Ein Baum z.B. ist ein Lebensraum für Tausende von anderen Lebenswesen, er hat einen Charakter, er lebt viel länger als wir – wenn wir ihn lassen – und er ist während seiner gesamten Lebenszeit im Dienst für andere Lebenswesen, er sorgt für Sauerstoff, spendet Schatten, Trost und Schutz; und vielleicht tut er noch viel mehr, von dem wir keine Ahnung haben. Und wir sägen ihn dann in 5 Minuten um, weil er vielleicht im nächsten Sturm umfallen könnte.

Das heißt nicht, dass wir Dinge nicht nutzen dürfen. Es liegt in der Art und Weise, wie wir das machen, mit oder ohne Respekt, mit Finesse oder grob und brutal. Die Idee von „Zeit ist Geld“ führt uns dabei völlig in die falsche Richtung, denn Zeit ist unbezahlbar. Wenn wir hetzen, verlieren wir uns selbst, wir fühlen uns nicht mehr und nicht das, was wir bewirken. Wenn wir sie mit Qualität füllen, dehnt sie sich aus oder bleibt sogar stehen.  

Wertvoll ist, was wir nicht vermarkten können und auch erst gar nicht vermarkten wollen, weil es uns tief im Inneren berührt hat, und wir genau wissen, dass kein Geld der Welt es aufwiegen kann.

Ein Schulfach „Beobachten“

Es ist gar nicht so einfach, sich die Zukunft vorzustellen, sind wir doch alle geprägt von dem, was wir schon kennen und von dem, was die allermeisten unserer Mitmenschen für normal halten. Nur ist das, was wir für normal halten, oft völlig verrückt.

Es geht in unserer Zeit fast immer um Geld, Macht und Einfluss in der Welt, aber dafür sind wir Menschen nicht auf dieser Welt. Deshalb wird es in der Zukunft in den Schulen ein Fach „Beobachten“ geben. Nicht weil Kinder nicht beobachten können, sie sind so ziemlich die besten Beobachter, die wir uns vorstellen können. Sie können stundenlang eine Baustelle oder Tiere beobachten. Sie wissen sehr genau, was um sie vorgeht, sie können bei allem was sie hören, zwischen den Zeilen lesen. Ihre natürlichen Instinkte sind noch wach und aktiv.DSCN1411

Warum dann „Beobachten“ als Schulfach? Weil es ganz wichtig ist, dass diese natürliche Gabe Platz und Anerkennung bekommt, dass sie gewürdigt wird. Denn es ist, unter anderem, diese Gabe, die uns ein erfülltes Leben geben kann, und uns ebenso vor Fallen und Gefahren bewahren kann. Wissen ist selbstverständlich wichtig, um einmal selbst bestimmt und eigenständig sein Leben gestalten zu können, aber Wissen ist nicht alles. Nicht alles steht in Büchen oder im Internet. Auf die wichtigen Fragen im Leben hat niemand eine Antwort. Diese Fragen muss ich schon für mich selbst beantworten. Niemand kann mir sagen, wer der richtige Lebenspartner für mich ist, niemand kann mir sagen, wozu ich auf der Welt bin und was am Ende des Lebens geschehen soll. Beobachten hilft, Dinge tiefer zu verstehen, uns selbst besser zu verstehen, und hilft uns, den Sinn in unserem Leben zu finden.

Deshalb her mit dem Schulfach „Beobachten“. Natürlich ohne Noten oder Bewertungen, dafür mit viel Freude an der Sache. Denn wir brauchen keine zweibeinigen Lexikas oder laufende Computer, wir brauchen heute wie morgen wahrhafte, selbstbewusste, aufrechte Menschen. 

Eine menschliche Gesellschaft

Wie soll die nächste Stufe der Gesellschaft aussehen? Wir Menschen haben schon vieles ausprobiert: Absolutismus, Monarchie, Kommunismus, Kapitalismus, Demokratie, Diktatur usw. Wie wäre es mal mit einer menschlichen Gesellschaft?

Denn was uns alle verbindet, ist so viel mehr und bedeutsamer als alles, was uns trennt. Wir alle haben grundsätzlich das selbe Design, wir funktionieren auf die gleiche Weise. Die Hautfarbe kann unterschiedlich sein, das Herz im Inneren können wir nicht unterscheiden. Wir haben alle nur diesen einen Planeten, der uns erhält und ernährt. Wir alle empfinden Freude, Glück, Kummer und Schmerz. Wir empfinden aber nicht unser eigenes Glück, unseren eigenen Kummer. Sie gehören uns nicht, wir können sie nicht besitzen, konservieren, einfrieren oder gar verkaufen. Interessanterweise können wir sie mit anderen teilen. Freude z. B. ist etwas universelles, die Anlässe, Freude zu fühlen, unterscheiden sich. Das Gefühl und die Essenz sind gleich. Der Ausdruck des Gefühls variiert dann wieder von Mensch zu Mensch.

Natürlich sind wir alle unterschiedlich, jeder hat seinen einmaligen Fingerabdruck, sein eigenes unvergleichbares Leben, seine eigene einzigartige Kombination von Fähigkeiten und Talenten. Auch darin sind wir uns gleich, weil jeder einzigartig ist. Wenn wir das erkennen und dem entsprechend leben, brauchen wir die ständige Abgrenzung von anderen nicht mehr. Wir sind in erster Linie alle Menschen, dann beginnen die Unterschiede, und die sind wichtig, aber zweitrangig.

Vielleicht liegt es an unserer Überbevölkerung, an der Enge, in der wir zusammen leben, an der Flut von Informationen, die den Kern der Dinge verschleiert, und an unserer Angst, nicht gut genug zu sein, dass wir uns nicht mehr freuen, einen anderen Menschen zu sehen.

Stellen wir uns einmal vor, wir sind allein auf einer Expedition durch die Wüste. Wir haben genug Proviant dabei, so dass wir keinen Mangel haben. Eine Woche lang haben wir keinen Menschen getroffen. Plötzlich sehen wir in der Ferne einen anderen Menschen. Was für ein Gefühl! Es ist uns dann völlig egal, ob der andere Ausländer ist, welche Hautfarbe er hat, ob er arm oder reich ist… Es ist ein Mensch.

Das können wir auch in anderen Lebenslagen praktizieren. Nicht immer und überall, aber wenn wir in jemandem anderen den Menschen erkennen, stärken wir unsere eigene Menschlichkeit, stellen das, was uns trennt, in den Hintergrund und das, was wesentlich ist und uns verbindet, in den Vordergrund. Kleine Schritte hin zu einer menschlicheren Gesellschaft

Wie können wir besser mit Informationen umgehen?

Es wird manchmal gesagt, dass wir heute im „Informationszeitalter“ leben. 24 Stunden am Tag werden wir von Radio, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, Internet, Twitter, Facebook und so weiter mit Informationen versorgt oder sogar überschwemmt. Wir sehen Bilder von Kriegsschauplätzen und von Flugzeugabstürzen, hören von Hungersnöten und Epidemien. Die große Mehrheit der Berichte geht darum, was nicht funktioniert oder über all das, was früher oder später in einem Desaster enden wird.

Was tun wir uns damit eigentlich an? Wir sind hier auf der Welt um herauszufinden, warum wir hier auf dieser Welt sind, und wenn wir eine Antwort darauf gefunden haben, dieses uns damit gegebene Ziel zu verfolgen. Alle diese Informationen sind in keinerlei Weise dabei nützlich, unser eigenes Leben zu finden und zu leben. Ganz im Gegenteil, diese Informationen bilden eine Lärmquelle in uns, die uns daran hindern kann, die leisen, weisen Stimmen in uns, die uns leiten können, zu hören und zu verstehen.

Informationen, die wir nicht nutzen, integrieren und gebrauchen können, führen nur zu Irritationen, Spekulationen und Zweifeln, sie können uns unsicher, unruhig und zerstreut machen. Gedanken haben den Sinn, uns zu geeigneten, sinnvollen Taten zu lenken. Mit über 99% der Informationen, die wir erhalten, können wir rein gar nichts tun. Es sind Informationen über Orte in der Welt, wo wir nicht sind, über Dinge, die sich unserem Einfluß entziehen oder die in der Vergangenheit geschehen sind. Alles was wir aus den Medien erfahren, ist nicht mehr beeinflussbar, weil es schon in der Vergangenheit ist. So bleibt alles auf der Ebene der Information. Daher wird die Kette: vom Denken zum Handeln unterbrochen oder massiv gestört. Wir verlieren uns in einer Außenwelt und wissen nicht mehr, wer wir selbst sind.

Wir können wenig gegen diese Flut tun, aber wir können in uns selbst Filter installieren, die gewollte von unerwünschten Informationen trennen. Mit der Frage: „Geht mich das überhaupt etwas an?“, haben wir schon den ersten Filter gebildet und werden sehen, dass uns ein Großteil der Informationen überhaupt nichts angeht. Es verändert unser Leben in keinster Weise, wer Superstar wird oder wer gerade wen heiratet oder in irgend etwas verwickelt ist.

Dann gibt es noch die anderen Filter: Ich brauche nicht viele Informationen über Dinge, wenn sie grausam, pervers, tyrannisch, scheinheilig oder korrupt sind. Wir sind Menschen, wir können unmenschliche Dinge tun, aber wenn wir menschlich sein wollen, brauchen uns diese unmenschlichen Dinge nicht in ihren Einzelheiten zu interessieren. Wir sollten uns einfach und klar davon distanzieren. Das bedeutet nicht in jedem Fall, dass wir den Informationsflut abbrechen müssen – obwohl das eine gute Option ist – sondern das wir innerlich eine Position dazu beziehenDas kann uns helfen, intakt zu bleiben und uns nicht in der Informationsflut zu verlieren. Und es kann auch helfen, die Unmenschlichkeit auf der Welt zu schwächen. Denn all das, über was wir nachdenken, wird von uns energetisiert und gestärkt.