Eine Utopie

Wie es heute ist:

Sie brauchen etwas und gehen zum „Amt“. Dort warten Sie eine Stunde oder länger, und bekommen dann gesagt, dass notwendige Unterlagen fehlen, Sie an der falschen Stelle sind, der zuständige Beamter gerade in einer Besprechung ist, diese Behörde gar nicht zuständig ist und dergleichen Dinge mehr. Oder Sie haben das Formular nicht richtig ausgefüllt, oder sogar ein falsches. Sie werden auf Gesetze, Verordnungen, Ausführungsbestimmungen aufmerksam gemacht, die sie gar nicht kennen, am Besten gleich mit den entsprechenden Paragraphen usw. Das kennen wir ja alle zur Genüge.

Jetzt stellen Sie sich mal Folgendes vor: Sie gehen zum gleichen „Amt“. Dort ist eine Person, die Sie freundlich empfängt, fragt was ihr Anliegen ist, und sich dann darum kümmert. Nicht Sie müssen die Anträge ausfüllen, sondern das übernimmt ihr Ansprechpartner, denn der kennt sich ja im Verwaltungsrecht aus, und anstatt sein Wissen dazu zu benutzen, Sie abzuwimmeln, benutzt er seine Kompetenz, um Ihnen zu helfen.

Wenn er nicht weiter weiß, setzt er sich mit der entsprechenden Stelle in Verbindung, anstatt Sie wegzuschicken. Das kann dann vielleicht etwas länger dauern, aber Sie sind zufrieden, weil Ihr Anliegen erledigt ist, Ihr Ansprechpartner ist zufrieden, weil er Ihnen helfen konnte. Denn schließlich bezahlen Sie ja sein Gehalt.

Klingt zu schön um wahr zu sein? Es ist aber das, was notwendig ist, um etwas gegen die „Staatsverdrossenheit“ zu tun, und es ist nur gerecht, dass die von Ihnen bezahlten Beamten in Ihrem Sinne handeln, eine verständliche Sprache sprechen (und kein Behördendeutsch), und Sie nicht als Bittsteller von oben herab behandeln, sondern Ihnen (nach Möglichkeit) bei Ihrem Anliegen beizustehen und helfen. Beamte sind ja Staatsdiener, aber wer ist der Staat, wenn nicht wir, denn alle Macht geht vom Volke aus. Daran sollten wir uns öfter erinnern, finde ich.

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