Was ich im ersten Teil geschrieben habe, ist natürlich nicht das ganze Bild, sondern ein (wichtiger) Aspekt. Im Teil 2 möchte ich einen anderen Aspekt beleuchten.
Wir Menschen sind immer auf der Suche nach Sinn. Das ist tief in uns angelegt und ist Teil unseres Wesens. Etwas Sinnvolles zu tun – oder auch nur etwas Nützliches zu machen – gibt uns Befriedigung.
Um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, müssen wir heute oft Dinge tun, die jeglicher Sinnhaftigkeit entbehren. Wir arbeiten dann nur noch für Geld. Jetzt ist es aber so, dass kein Geld der Welt irgendeinen Gegenwert für unsere kostbare Lebenszeit darstellt. Es gibt so viel Geld auf der Welt, dass es eigentlich schon wieder wertlos ist. Wie können Einzelpersonen mehr Geld besitzen als ganze Staaten? Das ist völlig absurd. Genauso absurd sind die enormen Verschuldungen der Staaten. Das alles ist nicht sinnhaft.
Oder auch die überbordende Bürokratie. Wenn Ärzte die Hälfe ihrer Arbeitszeit mit dem Ausfüllen von Formularen verbringen müssen, was ist daran sinnvoll?
Da sitzen kluge Menschen in Büros und denken sich doofe Werbesprüche aus, damit wir etwas kaufen, was wir nicht brauchen, was niemand braucht.
Da werden uns vielerlei Cremes und Tinkturen angeboten, damit wir nicht so alt aussehen, wie wir wirklich sind. Auch das ist völlig sinnfrei. Unsere Erfahrungen machen uns reich, aber sie hinterlassen auch Spuren auf unserer Haut. Anstatt diese Spuren wie ein Zeichen von Reichtum – Lebensreichtum – stolz zu tragen, kaschieren wir diese Spuren, als seien uns unsere Erfahrungen peinlich. Und am Ende ist das ein völlig sinnloses Unterfangen. Irgendwann wird unser wahres Alter sichtbar werden.
Das Ganze hält dieses System in Gang und uns alle gut beschäftigt, aber mehr und mehr Menschen sehen darin nicht mehr einen Sinn. Darum nehmen die psychischen Erkrankungen so zu, darum kommt es zum „Burnout“. Es ist nicht allein der zunehmende Stress in der Arbeitswelt. Ich glaube, dass früher arbeiten viel fordernder war als heute. Es war körperlich bestimmt anstrengender – ohne die vielen technischen Hilfsmittel – die es heute gibt. Es ist aber etwas anderes, mit einer Axt in den Wald zu gehen und am Tag vielleicht 10 Bäume zu fällen, als in einer Maschine zu sitzen und in einem Tag einen ganzen Wald zu roden. Das Erste ist anstrengender, aber befriedigend, das Zweite ist weniger anstrengend, bleibt aber unbefriedigend.
Wie schön wäre es, wenn all die Menschen, die ihre Zeit damit verbringen, andere zu kontrollieren, ihre Energie für die Suche nach Lösungen verwenden würden? Es wäre besser für uns alle. Wie wäre es, wenn diejenigen, die mit allen Tricks versuchen, uns etwas anzudrehen, ihre Energie in die Entwicklung von wirklich Nützlichem stecken würden?
Wir Menschen sind hier auf der Erde, um nach dem Sinn zu suchen: Dem Sinn der gigantischen Schöpfung, dem Sinn des Lebens allgemein und auch nach dem Sinn unseres eigenen Lebens. Wenn wir damit beginnen, nehmen wir dem Hass die Energie, aus der er sich speist. Denn Hass ist wirklich sinnlos, denn Hass ist destruktiv und steht damit im Widerspruch zur Schöpfungsgedanken.
Ich wünsche uns allen ein möglichst sinnvolles Leben!
danke für diesen Beitrag, alles in mir sagt ja dazu. Hier ein Beispiel, dass es im Kleinen, Alltäglichen gut funktionieren kann, sich von Ärger, Wut und Hass zu distanzieren.
Mir geht es so, dass ich gern möchte, dass Andere sich sinnvoll verhalten. Daher kommt recht leicht Ärger in mir hoch, der sich zu Hassgefühlen steigern kann, wenn ich die lauten Geräuschen höre, die Menschen machen können, die sich nicht sinnvollem Tun hingeben. Heute fühlte ich diesen Ärger wieder hoch steigen in mir. Gleichzeitig erinnerte ich mich an das Gefühl, das mit Ärger geht, vom letzten Mal her, wobei ich die innere Ruhe verlor und mich unwohl fühlte.
Um dies unangenehme Gefühl zu vermeiden, suchte ich nun sofort nach einer Maßnahme, die mir meinen inneren Frieden erhalten konnte. Es fiel mir etwas ein. Ich konzentrierte mich völlig darauf, die Bewegungen meiner Hände zu beobachten, während ich sie etwas Nützliches tun ließ, es war ein Hantieren in der Küche. Der hoch steigende Ärger verschwand sofort. Es war faszinierend, dem Tun meiner Hände zuzusehen. Danach tauchte ein Gefühl auf, was ich bei Ärger, der sich vielleicht gar zu Hass steigern will, niemals empfinde: ich fühlte mich erfrischt und gestärkt, es war besser als eine kühle Dusche bei heißem Wetter.
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