Die innere Sicherheit

Fühlen Sie sich eigentlich sicherer im Anblick von schwer bewaffneten Polizisten, maskierten und gepanzerten Sicherheitskräften oder durch den Einsatz von Soldaten im Inneren?

Kann Aufrüstung, mehr Überwachung und mehr Misstrauen gegenüber anderen die richtige Lösung sein? Müssen wir uns etwa sogar selbst bewaffnen, nicht mehr zu Veranstaltungen gehen und uns mehr und mehr abschließen?

Ich glaube nicht. Es hilf schon, einfach mal den Tatsachen ins Auge zu sehen: Jeder von uns kann morgen schon tot sein, und wahrscheinlich nicht durch ein Verbrechen, Attentat oder Terror, sondern durch so etwas banales wie einen Unfall oder durch einen Herzanfall, und nichts kann uns davor schützen.

Wo können wir dann Sicherheit finden? Für mich ist es klar, dass es keine äußerliche Sicherheit gibt. Äußere Sicherheit geht immer einher mit der Einschränkung von Freiheit. Wir Menschen brauchen jedoch Freiheit, um unser in uns wohnendes Potenzial zu entdecken und zu entfalten.

Wir müssen Sicherheit in uns selbst finden und bauen. Innere Sicherheit schränkt uns nicht ein, sondern macht uns frei. Und es gibt auch universelle Sicherheiten. Das alle Menschen irgendwann  sterben ist so eine Sicherheit. Es ist eine unabänderliche Tatsache, die uns alle gleich macht. Das böse Spiel von Opfer und Täter ist nur temporär. Alles andere ist nur eine Frage des Zeitpunktes, und der ist wirklich marginal angesichts eines Milliarden von Jahren alten Weltalls. Es gibt jedoch Dinge die völlig zeitlos sind. Qualitäten wie Liebe, Respekt, Ehre, Fürsorge, Großmut, Glaube…

Wenn wir unser Leben mit diesen Qualitäten verbinden, gibt uns das eine große Sicherheit, eine Sicherheit, die unabhängig ist von all den Turbulenzen des jeweiligen Zeitgeschehens.

Sterben ist nicht das Problem, das Problem ist, für nichts gestorben zu sein oder nicht zu wissen, wofür man gelebt hat. Deshalb ist es eine gute Übung, sich immer mal wieder zu überlegen, was man gerne auf seinem Grabstein geschrieben sehen möchte oder was im Nachruf stehen sollte. Zu wissen, für was man steht und für was man sich einsetzt gibt uns Menschen eine Sicherheit, die uns frei macht, unser Leben zu leben und nicht in Angst zu erstarren.

 

Ein Gedanke zu “Die innere Sicherheit

  1. Dein Artikel spricht mich sehr an. Dieser Tage habe ich gedacht, es ist tatsächlich möglich, dass in meiner Stadt ein Attentäter auftaucht und ich das Pech habe, an seinem Tun zu sterben. Aber tatsächlich, mir passiert leichter, wie gerade, ein Unfall, an dem ich sogar sterben könnte. Doch die Angst davor lähmt und macht starr und kalt.
    Wenn ich mich dem hinwende, dass wir in einer wohlwollenden Schöpfung leben und nicht auf die unglücklichen bis bösartigen menschlichen Machenschaften konzentriere, sondern auf die Gutartigkeit der Schöpfung und ihrer Geschöpfe, fühle ich mich wieder wohlig aufgehoben und sicher. Und dann verschwindet auch Angst vor Tod und Sterben, Schmerzen gehen immer vorüber, Wertvolles bleibt erhalten.

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