Es ist gar nicht so einfach, sich die Zukunft vorzustellen, sind wir doch alle geprägt von dem, was wir schon kennen und von dem, was die allermeisten unserer Mitmenschen für normal halten. Nur ist das, was wir für normal halten, oft völlig verrückt.
Es geht in unserer Zeit fast immer um Geld, Macht und Einfluss in der Welt, aber dafür sind wir Menschen nicht auf dieser Welt. Deshalb wird es in der Zukunft in den Schulen ein Fach „Beobachten“ geben. Nicht weil Kinder nicht beobachten können, sie sind so ziemlich die besten Beobachter, die wir uns vorstellen können. Sie können stundenlang eine Baustelle oder Tiere beobachten. Sie wissen sehr genau, was um sie vorgeht, sie können bei allem was sie hören, zwischen den Zeilen lesen. Ihre natürlichen Instinkte sind noch wach und aktiv.
Warum dann „Beobachten“ als Schulfach? Weil es ganz wichtig ist, dass diese natürliche Gabe Platz und Anerkennung bekommt, dass sie gewürdigt wird. Denn es ist, unter anderem, diese Gabe, die uns ein erfülltes Leben geben kann, und uns ebenso vor Fallen und Gefahren bewahren kann. Wissen ist selbstverständlich wichtig, um einmal selbst bestimmt und eigenständig sein Leben gestalten zu können, aber Wissen ist nicht alles. Nicht alles steht in Büchen oder im Internet. Auf die wichtigen Fragen im Leben hat niemand eine Antwort. Diese Fragen muss ich schon für mich selbst beantworten. Niemand kann mir sagen, wer der richtige Lebenspartner für mich ist, niemand kann mir sagen, wozu ich auf der Welt bin und was am Ende des Lebens geschehen soll. Beobachten hilft, Dinge tiefer zu verstehen, uns selbst besser zu verstehen, und hilft uns, den Sinn in unserem Leben zu finden.
Deshalb her mit dem Schulfach „Beobachten“. Natürlich ohne Noten oder Bewertungen, dafür mit viel Freude an der Sache. Denn wir brauchen keine zweibeinigen Lexikas oder laufende Computer, wir brauchen heute wie morgen wahrhafte, selbstbewusste, aufrechte Menschen.
Finde ich eine valide und gute Anregung! Ein Mensch der relativ ungefiltert und unvoreingenommen, und mit allen Sinnen wahrnehmen kann, ist etwas Besonderes! Diesen „soft-skill“ sollte man nicht unterschätzen, in unserer Welt voller Schubladen-Denken.
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