Menschen sind Menschen

Menschen sind Menschen! Das sehen wir sehr deutlich bei Neugeborenen. Säuglinge sind schutzbedürftige Wesen, die ihre Eltern oder andere Erwachsene lebensnotwendig brauchen. Und das ist überall auf der Erde so. Es gibt  in diesem Stadium keine Unterscheidung in gut oder böse, klug oder dumm, nützlich oder nicht nützlich…

Das ist der Kern, die wahre Essenz des Menschen. Aber natürlich bleibt es im Laufe des Lebens nicht dabei. Wir müssen ja für die Gesellschaft nützlich sein, unsere Eltern wollen stolz auf uns sein, und wir sollen es einmal besser haben. Es kommt Erziehung, Zwang, Norm und Indoktrination hinzu. Es geht ja nicht darum, dass Kinder sich frei ihrem eigenen Wesen entfalten können, sie müssen in die Gesellschaft passen und nützlich werden.

Und somit entfernen sich Menschen von ihrem Wesen und gehen mehr und mehr von sich selbst weg nach außen, um gesellschaftliche Ansprüche zu erfüllen. Sie verlieren dabei oft das Gefühl für sich selbst und identifizieren sich mit äußeren Zielen. Das ist zwar kein Weg zum Glücklich sein, aber man bekommt Anerkennung, Lob und eventuell viel Geld als Ersatz dafür, dass man seinen eigenen Weg aufgegeben hat.

Wir beurteilen die Menschen heute fast immer nach diesen äußeren Faktoren: Nach dem, was sie denken und tun, welche Ideologie sie vertreten, nach dem was sie darstellen – ihrer Rolle – oder nach ihrem kulturellem Hintergrund. Dabei übersehen wir das, was uns eint.

Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend, alle Menschen. In dieser Zeit sind wir wieder wie Kinder. Unser Verstand, der trennend zwischen uns steht, schweigt. Da ist keine Ideologie oder Klassenbewusstsein, welche zwischen uns steht. Wir sind wieder abhängig. Diesmal nicht von jemandem anders, aber von dem Prozess den Mutter Erde für uns bereit hält, um uns wieder mit Energie aufzuladen, uns frisch zu machen für den nächsten Tag und um uns auszubalancieren.

Im Schlaf sind wir alle abhängig, abhängig von etwas, was unser Verstand nicht begreifen kann.

Vielleicht ist das eine viel bessere und solidere Basis, über andere nachzudenken, als über die Tausende von Unterschieden, die uns trennen.

 

Wohlfühlen – warum und wozu?

Was eigentlich der natürlichste Zustand für uns Menschen ist, wird heute zu einer ganz großen Sache gemacht und auf tausendfache Weise vermarket: Das Wohlfühlen.

Was hindert uns eigentlich daran, uns wohlzufühlen?

Wir sind von Anfang an reich beschenkt: Wir haben das Geschenk des Lebens und die Möglichkeit des Bewusstseins bekommen. Das betrachten wir oft als selbstverständlich, ist es aber nicht. Es gibt nicht so viele Plätze im Universum, die überhaupt Leben in der Form erlauben, wie wir es kennen.

Wir sind hier auf wunderbare Weise versorgt. Unser Planet Erde versorgt uns mit allem, was wir brauchen. Wenn es da ein Problem geben sollte,  liegt es nur in der ungerechten Verteilung der Dinge. Luft zum Atmen ist jederzeit für alle da. Das wir diese Luft schon mal vergiften, ist pervers, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Tatsache.

Wir sind von Schönheit umgeben. So sorgt die Erde nicht nur für unsere körperlichen Bedürfnisse, sondern auch für unsere seelischen.

Wenn wir müde sind, werden unsere Akkumulatoren im Schlaf kostenlos und ohne Werbeunterbrechungen einfach wieder aufgeladen und wir sind am nächsten Tag wieder voller frischer Energie. Sind wir verletzt oder krank, geschieht etwas ganz wunderbares: die Wunde heilt und  wir genesen: Wir betrachten das oft als „normal“, und verpassen dabei das Wunder.

Zugegeben, vieles ist nicht einfach hier, aber wir haben ein hochintelligentes System, dass mit allem, was uns begegnet, umgehen kann. Wir dürfen nur dieses System nicht ständig stören, indem wir denken, dass wir es besser wissen oder können. Unser System kann nur für uns arbeiten, wenn wir anerkennen, wie die Dinge wirklich sind. Unser Ego will diese Wahrheit nicht so gerne akzeptieren und verhindert damit die Arbeit unseres genialen Systems.

Wer immer uns geschaffen hat, wollte, dass wir uns wohlfühlen! Wohlfühlen ist der Ausgangspunkt, nicht der Endpunkt. Wenn wir uns wohlfühlen, beginnt erst die eigentliche Aufgabe. Was das ist, ist wahrscheinlich so individuell, wie unser Fingerabdruck. Wenn wir uns wohlfühlen und  dann nicht einschlafen, sondern die Welt um uns herum genau beobachten, wird sich unsere individuelle „Mission“ schon offenbaren. Denn es hat einen Grund und einen Sinn, dass wir hier sind, ein jeder von uns!

 

 

 

 

An die junge Generation

Ich bin jetzt 65 Jahre alt und ich würde mir wünschen, dass wir „Alten“ euch „Jungen“ diese Welt in einem besseren Zustand übergeben würden, als sie jetzt ist.

In meiner Lebenszeit allein sind auf der Erde sehr viele Dinge problematischer geworden. Die Tendenz dahin war schon vorher da, aber heute ist das besser zu erkennen, aber viel schwieriger zu lösen als in meiner Kindheit.

Wir hinterlassen Euch einen Planeten, der durch unsere Ignoranz und Arroganz verarmt, vergiftet, geplündert und in großer Gefahr ist. Seit meiner Geburt sind unzählige Spezies an Pflanzen und Tieren ausgestorben. Was wissen wir darüber, ob diese nicht viel wichtiger für unser Leben sind, als wir allgemein glauben. Denn es ist nicht nur wichtig, was man essen oder gebrauchen kann. Wir sind hier auf dieser Erde um  Erfahrungen zu machen und uns aus diesen Erfahrungen heraus zu bilden und zu formen. Es kann keine Erfahrungen geben mit Dingen, die nicht mehr existieren.

Wir hinterlassen Euch ein Erbe von Atommüll, das noch Jahrhunderte weiterstrahlen wird. Wir haben so viele Gifte in die Umwelt entlassen, von deren Folgen und Spätfolgen wir keine Ahnung haben. Es gibt so viele Waffen und Bomben, dass wir alles Leben auf diesem Planeten damit auslöschen können. Ihr werdet bald die Verantwortung dafür haben.

Es gibt großartige wissenschaftliche Errungenschaften, ganz ohne Zweifel. Aber keiner weiß, warum die Bienen sterben und was man dagegen machen kann. Bei Bienen wissen wir aber, dass ungeheuer viel von ihnen abhängt. Ohne Bienen stirbt letztendlich auch die Menschheit.

Krieg ist auch heute leider noch ein angesagtes Mittel, dabei tötet Krieg nicht nur Menschen, sondern auch die Menschlichkeit. Und die Kriege werden immer grausamer und gewalttätiger.

Was ich jedoch am schlimmsten finde ist, dass wir Euch kaum Orientierung gegeben haben, keine Fundamente, auf denen ihr Euer Leben begründen könnt. Was ist der Mensch und wofür ist er hier? So müsst ihr das selbst für Euch herausfinden. Und vielleicht ist das gerade richtig so.

Wenn ich die Zeichen der Zeit richtig lese, seid ihr in eine Zeit von großen Veränderungen hineingeboren. Das gibt Euch die Möglichkeit, Teil dieser Veränderung zu sein. Was wollt ihr sehen für Eure Zukunft und die Zukunft eurer Kinder und dieses Planeten?

In dieser Zeit der Veränderung, lasst Euch nichts von Unmöglichkeiten, Sachzwängen erzählen oder das Dinge alternativlos sind . (Aufschrift auf einem LKW, den ich kürzlich sah: „Unmöglichkeit ist keine Tatsache. Es ist nur eine Meinung“.)

Ihr könnt es besser machen, denn Ihr seid die Zukunft der Menschheit. Lasst Euch nicht kleinmachen, sondern seid froh und stolz darauf, Menschen zu sein, mit all den fantastischen Eigenschaften und Möglichkeiten, die Menschsein mit sich bringt.

 

 

 

Die innere Sicherheit

Fühlen Sie sich eigentlich sicherer im Anblick von schwer bewaffneten Polizisten, maskierten und gepanzerten Sicherheitskräften oder durch den Einsatz von Soldaten im Inneren?

Kann Aufrüstung, mehr Überwachung und mehr Misstrauen gegenüber anderen die richtige Lösung sein? Müssen wir uns etwa sogar selbst bewaffnen, nicht mehr zu Veranstaltungen gehen und uns mehr und mehr abschließen?

Ich glaube nicht. Es hilf schon, einfach mal den Tatsachen ins Auge zu sehen: Jeder von uns kann morgen schon tot sein, und wahrscheinlich nicht durch ein Verbrechen, Attentat oder Terror, sondern durch so etwas banales wie einen Unfall oder durch einen Herzanfall, und nichts kann uns davor schützen.

Wo können wir dann Sicherheit finden? Für mich ist es klar, dass es keine äußerliche Sicherheit gibt. Äußere Sicherheit geht immer einher mit der Einschränkung von Freiheit. Wir Menschen brauchen jedoch Freiheit, um unser in uns wohnendes Potenzial zu entdecken und zu entfalten.

Wir müssen Sicherheit in uns selbst finden und bauen. Innere Sicherheit schränkt uns nicht ein, sondern macht uns frei. Und es gibt auch universelle Sicherheiten. Das alle Menschen irgendwann  sterben ist so eine Sicherheit. Es ist eine unabänderliche Tatsache, die uns alle gleich macht. Das böse Spiel von Opfer und Täter ist nur temporär. Alles andere ist nur eine Frage des Zeitpunktes, und der ist wirklich marginal angesichts eines Milliarden von Jahren alten Weltalls. Es gibt jedoch Dinge die völlig zeitlos sind. Qualitäten wie Liebe, Respekt, Ehre, Fürsorge, Großmut, Glaube…

Wenn wir unser Leben mit diesen Qualitäten verbinden, gibt uns das eine große Sicherheit, eine Sicherheit, die unabhängig ist von all den Turbulenzen des jeweiligen Zeitgeschehens.

Sterben ist nicht das Problem, das Problem ist, für nichts gestorben zu sein oder nicht zu wissen, wofür man gelebt hat. Deshalb ist es eine gute Übung, sich immer mal wieder zu überlegen, was man gerne auf seinem Grabstein geschrieben sehen möchte oder was im Nachruf stehen sollte. Zu wissen, für was man steht und für was man sich einsetzt gibt uns Menschen eine Sicherheit, die uns frei macht, unser Leben zu leben und nicht in Angst zu erstarren.

 

Welche Stimme?

Es gibt ein neues Lied, welches zur Zeit ziemlich oft im Radio gespielt wird: „Hör auf die Stimme!…“. Das hat doch was! Leider finde ich das gar nicht so einfach, denn in mir ist es nun mal nicht nur eine Stimme, die da spricht, sondern es ist so wie in einer schlechten Talkshow: Alle quasseln durcheinander und hören sich nicht zu. Ich höre die Stimme meiner Eltern: „das geht schon mal gar nicht“, die Stimme der Vernunft: „mach bloß keinen Unsinn“, die Stimme meines Gewissens: “ tue endlich mal eine gute Tat“, die Stimme meines Egos: „du musst immer gut wegkommen, bei all dem, was Du tust“ oder „immer ich“ und noch viele andere Stimmen dazu, die alle wollen, das ich etwas tue oder lasse.

Dann ist da auch eine leisere Stimme, die sich nicht oft an der Diskussion beteiligt, die mir sagt, dass ich erst einmal gar nichts tun muss, sondern dass ich so bin wie ich eben bin, und dass das schon ganz in Ordnung ist. Das ist dann entweder die Stimme meines inneren Schweinehunds, der mir sagt, dass es auch in Ordnung ist, meine Zeit einfach zu vertändeln, oder die Stimme meiner Seele, die mir sagt, dass ich als Mensch nichts tuen muss, sondern tuen darf. Uns ist die freie Wahl gegeben, keinem Lebenswesen sonst auf dieser Erde in solch einer Weise wie uns Menschen. Das heißt natürlich nicht, dass das was wir tuen ohne Konsequenzen ist. Unsere Wahl ist immer voller Konsequenzen. Aber das ist das zweite Prinzip, das erste ist die Freiheit. Diese Freiheit gibt es jedoch nur, wenn wir den vielen Stimmen in uns ihren Platz geben, sie in ihren Rahmen verweisen und uns nicht von ihnen tyrannisieren lassen durch „wir müssen“,“ du musst“…

Und dann gibt es zum Glück auch noch die Momente, wenn alle Stimmen in uns verstummen. Zum Beispiel, wenn wir eine Musik hören, die uns tief im Inneren berührt, oder wir sehen etwas von solcher Schönheit, dass es schon fast wehtut, wir sehen den unermesslichen Sternenhimmel über uns oder blicken für einen Moment in das Auge eines anderen Menschen, ohne Schleier, ohne Verstellung, ohne Absicht… Dann gibt es nur diesen einen Moment, alles andere ist nicht mehr wichtig und alle Stimmen schweigen, und wir wissen mit Sicherheit, dass unter der Oberfläche unseres Lebens so viel mehr liegt, als wir glauben.

Ich wünsche all meinen Lesern viele dieser unbeschreibaren Momente.

 

Wer sind wir?

Wenn wir jemand fragen: „Wer bist Du?“, bekommen wir oft eine zur Frage nicht ganz passende Antwort wie z.B.: „Ich bin Sekretärin“ oder „Ich bin Student“. Das sind jedoch Antworten auf die Frage: „Was machst Du?“, nicht auf die Frage: „Wer bist Du?“

Dann gibt es die Kategorie von Antworten wie: „Ich bin Deutscher, ich bin Christ, ich bin Tierfreund…“. Auch das ist nicht richtig hilfreich auf die die Frage: „Wer bist Du?“  Es ist eine Antwort darauf, wo jemand geboren wurde, welcher Religion er angehört und was ihm wichtig ist.

Es ist aber auch nicht gerade einfach mit uns Menschen. Ein Hund ist ein Hund und eine Katze ist eine Katze, wir Menschen sind da etwas komplexer. Wir können uns heute wie ein Hund und morgen wie eine Katze verhalten.Wir können von 100.000 uns möglichen Dingen 50 Dinge auswählen oder 1000o oder auch gar nichts. Nichts hindert uns daran, jetzt ein Gedicht zu schreiben, ein Lied zu singen oder ein Bild zu malen, außer vielleicht unsere eigene Psychologie.

Der Satz: „Ich bin auch nur ein Mensch“ kommt oft von dieser Psychologie. Denn wir Menschen sind in Wahrheit die am höchsten entwickelten Lebewesen hier auf diesem Planeten. Wir benehmen uns oft nicht so und fühlen uns nicht unbedingt danach. Jedoch wir sind ohne Zweifel dem Schöpfer am nächsten! Denn auch wir können Dinge erschaffen und gestalten. Ohne uns gäbe es hier keine Mathematik, keine Sprache, keine Philosophie, keine Kunst, keine Musik, kein Gärten…

Nur wir Menschen haben die Idee von etwas Höherem, von Gott, Liebe, Moral, Anstand und Religion, die Sehnsucht nach einer besseren Welt und möglicherweise sogar eine Vision davon. Nur wir haben die Möglichkeit freier Wahl und höherer Einsicht – die Möglichkeit bewusst zu werden und zu sein.

Nur wenn wir uns als Menschen definieren schließen wir das ganze uns gegebene Potenzial mit ein. Ein Potenzial, das uns gegeben wurde, welches wir jedoch nur nutzen können, wenn wir es erkunden, damit arbeiten und uns freudig der damit verbundenen Aufgabe stellen: Wir sind Menschen, aber wir wissen noch nicht so ganz richtig, was das heißt und was der Sinn davon ist. Das herauszufinden ist unsere erste Aufgabe. Um diese Aufgabe zu erfüllen, brauchen wir unser ganzes – teilweise noch nicht erwecktes – Potenzial. Alles um uns herum ist schon entwickelt, wir noch nicht.

Wenn wir uns nicht als Mensch definieren, besteht die Gefahr, dass tierische, perverse und unmenschliche Dinge von uns Besitz ergreifen. Diese Dinge können uns ein Gefühl von Macht und Überlegenheit geben, aber sie verstellen uns den Weg zum wirklichen Menschsein und bringen Grausamkeit und Elend in die Welt.

Vielleicht fängt der Weg zum entwickelten Menschen damit an, dass wir dankbar sind für all das, was uns gegeben wurde und betrachten nicht alles als selbstverständlich und als hätten wir ein Recht auf diese Dinge. Dieser Planet versorgt uns mit allem, was wir brauchen, die Sonne gibt uns Wärme und Energie, die Blumen blühen zu unserer Freude…wir müssen uns das nicht kaufen oder verdienen. Dankbar dafür zu sein erscheint mir ein guter Start zu sein.

 

 

 

Herztöne

Hören wir doch mal auf unser Herz. Nicht in dem Sinne von Gefühl über Verstand, sondern ganz wörtlich.

Ich lag im warmen Wasser der Badewanne. Um mich herum war es still. Als ich mit den Ohren unter Wasser kam, hörte ich es: Diesen gleichmäßigen, konstanten Rhythmus meines Herzens: bum bum bum bum…

Dieses leise Geräusch hat mich all die Jahre meines Lebens begleitet, fast 65 Jahre lang. Und es wird mich auch den Rest meines Lebens begleiten. Wenn dieser Rhythmus einmal anhält, bin ich tot.

Es ist eine der Konstanten in meinem Leben. Egal was ich tue, das Herz schlägt weiter. Mal schneller, mal langsamer, aber es hört nicht auf mit seiner Tätigkeit. Es macht keine Pausen, braucht keinen Urlaub, kein Lob und keine Aufmerksamkeit. Es braucht weder Wartung noch Ölwechsel. Es gibt immer sein Bestes, deshalb müssen ein wenig darauf achten, es nicht zu überlasten.

Es erlaubt uns durch seine Beständigkeit unsere Flexibilität. Es hat nie Einwände oder Bedingungen zu dem, was wir tuen. Zum Glück ist es nicht launisch und hat schlechte Tage, das ist unser Privileg.

Wir könnten stolz darauf sein, solch ein Meisterwerk in unserer Brust zu tragen. Aber wir nehmen das meistens als selbstverständlich hin oder machen uns einfach nicht die Freude, unserem Herz zu zuhören.

Wenn wir es mal tun, verstehen wir vielleicht besser, was Treue und Beständigkeit sind und empfinden vielleicht ein wenig Dankbarkeit für unser Leben und seine Grundlagen, die es uns ermöglichen, frei zu sein.

 

 

 

 

 

Gleichberechtigt, aber nicht gleich!

Das wird jetzt vielleicht schwierig. Es geht um ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt, an das ich mich aber bisher nicht getraut habe. Heute traue ich mich, weil es danach ruft, gesagt zu werden.

Ich muss hier von vornerein erklären, dass ich diesen Blog nicht neutral schreiben kann, einfach weil ich ein Mann bin und damit automatisch eine männliche Sicht auf die Dinge habe. Und das führt uns gleich hinein in ein riesiges Minenfeld, weil niemand zu diesem Thema neutral ist und es auch – wahrscheinlich – niemand seien kann. Denn es ist nun mal so, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind.

Eigentlich ist das völlig klar und offensichtlich. Das Erste, was wir von einer weit entfernten Person erkennen, ist ihr Geschlecht. Noch bevor wir wissen, ob Freund oder Feind, alt oder jung, schwarz oder weiß, wir wissen, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Es scheint also von vorrangiger Wichtigkeit für uns zu sein.

Und dieses, Mann oder Frau zu sein, ist wohl dass, was uns am stärksten prägt. Von Anfang an, unabhängig von Erziehung. Männer und Frauen sind zum Glück nicht gleich, sonst wäre das Leben auf dieser Erde schon lange ausgestorben (und langweilig wäre es m. E.außerdem).  Denn es braucht zwingend beide Teile, damit das Leben weiter geht. Und zwar nicht getrennt, sondern verbunden. Eigentlich ist das ganz einfach. Wir sehen es ständig vor unseren Augen. Tag und Nacht sind nicht gleich. Sie sind sehr unterschiedlich und erfüllen verschiedene Funktionen. Das heißt aber in keiner Weise, dass der Tag der Nacht überlegen ist oder umgekehrt. Sie sind völlig gleichberechtigt und beide sind in ihren Funktionen unentbehrlich.

Wenn wir eine menschliche Zukunft haben wollen, kann das nur gehen, wenn wir den tausende von  Jahren bestehenden Krieg zwischen den Geschlechtern endlich beenden. Dafür müssen wir verstehen, dass Männer und Frauen so unterschiedlich sind, wie sie eben sind. Für uns Männer sind und bleiben Frauen immer ein Mysterium. Das heißt nicht, dass wir nicht versuchen sollten, sie zu verstehen. Aber wir können das Verstehen nicht erzwingen, ohne Frauen einzuzwängen in den Rahmen unseres eigenen Verständnisses, und das allein heißt schon Einschränkung und Unterdrückung.

Wir können wunderbar mit dem Mysterium leben, wenn wir Respekt haben für das Geheimnis des anderen Geschlechts und es so annehmen, wie es ist. Die Zukunft kann nur eine Partnerschaft von Mann und Frau sein. Beginnen können wir jedoch damit schon heute.

Die Zukunft gehört den Staunenden, nicht den Erstarrten, Verhärteten, die aus ihrer Rolle nicht herauskommen. Männer und Frauen sind zwei Ausdrücke des einen Lebens, warum sollten wir uns gegenseitig hindern, belästigen, unterdrücken? Eine gleichberechtigte Partnerschaft mit gegenseitigem Respekt, Achtung und Unterstützung ist der einzig gangbare Weg in eine bessere menschliche Zukunft.

 

 

 

 

Wo ist denn das Problem?

Was also ist die größte Gefahr für Deutschland? Sind es die Flüchtlinge, die Terroristen, der VW-Konzern mit seinen gefälschten Abgaswerten, der Klimawandel, das Bienensterben…? Ich könnte diese Seite ganz einfach und ohne viel nachzudenken mit Problemen füllen, die es zu lösen gilt, und ich hätte das größte Problem dabei noch gar nicht benannt: Wir alle brauchen neue „Software“ für unser Gehirn, ein „Update“ unserer Denkmuster ist lange überfällig.

Wie können wir Probleme lösen, wenn wir doch selbst Teil des Problems sind? Wieso sind wir Teil des Problems, wenn wir doch so sehr an einer guten Lösung interessiert sind und alles, was wir können, dafür tun, es zu lösen?

Wir sind Teil des Problems, weil wir alle denken, wir wüssten, wie es geht, wir hätten die Lösung, wir „schaffen das“ schon. Das stimmt aber so nicht, Lösungen müssen gesucht und gefunden werden, immer wieder neu. Was vor hundert Jahren, oder auch vor 3 Jahren, vielleicht noch ging, geht heute bestimmt nicht mehr. Wir können das „Böse“ nicht ausrotten, und auch nicht die „Bösen“. Diese Kategorien stimmen einfach nicht, Dinge sind viel tiefschichtiger und komplexer als unser normales „Schwarz/Weiß Denken“ uns erlaubt, zu erkennen.

Deshalb brauchen wir neue „Software„. Es ist in uns durchaus angelegt, dass wir komplexe Dinge entschlüsseln und sinnvolle Lösungen finden können. Schließlich ist unser Gehirn das komplexeste Gebilde im bisher bekannten Universum. Aber wir müssen dieses wunderbare Instrument auch richtig benutzen, und dass geht nur mit einem „Update“, der uns neue Wege und Lösungen suchen lässt, und nicht das System durch ein „Ich weiß schon“  oder „Ich habe recht“ kurzschließt und lahmlegt. Wir bekommen eine bessere Zukunft nur, wenn wir bereit sind, unsere alten Sicherheiten und Gewissheiten aufzugeben und uns auf den Weg machen, Neues zu erkunden.

Geschichte wiederholt sich nicht! Denn jeder Tag ist neu, die Konstellationen der Sterne sind heute so, wie sie noch nie vorher waren und nie wieder seien werden, dieser Planet ist an einem Platz im Universum, an dem er noch nie vorher war, jeder Moment ist nicht nur deshalb einmalig. Deshalb wiederholt sich auch Geschichte nicht. Nur wir glauben, dass sich Dinge wiederholen. Wir denken, dass habe ich schon einmal erlebt und gesehen, und fallen in die alten Muster. Deshalb wiederholen wir die alten Geschichten. Das zeigt noch einmal: Wir brauchen dringend einen „Update“ unseres Denkens und unserer Lebensweisen.

 

 

 

Zerbrechliche Idyllen

Gar nicht so weit, von wo ich wohne, gibt es ein Stück ganz besonderen Waldes. Es ist gar nicht so einfach zu beschreiben, was dort so besonders ist. Es ist ein Platz, wo vor einigen Jahren Bäume gerodet wurden, also eine Art Lichtung. Jedoch sind einige große Bäume stehen geblieben, deren Äste den Platz heute überdachen, aber auf eine ganz lichte Weise. Im Schutz dieser alten Bäume wachsen nun viele neue Bäume und Sträucher, Blumen, Pilze und Gräser. Es wimmelt nur so von Leben. Die Rodungsfahrzeuge haben tiefe Spuren hinterlassen, in denen lange Zeit das Wasser stehen bleibt. So haben wir hier alle Elemente versammelt, Erde, Wasser, Luft und das Feuer in der Form von Licht.

Es ist ein Platz, wo die Seele atmen kann, denn es fühlt sich hier friedlich und beschützt an. Die Geräusche des Verkehrs kann man durchaus hören, sie stören jedoch nicht und treten ganz in den Hintergrund. Da die jungen Bäume am Fuße der alten wachsen können, hat das Ganze ein wenig das Gefühl von Familie. Vielleicht ist hier der Begriff „idyllisch“ angebracht?

Als ich gestern auf dem Weg dorthin war, sah ich zu meinem Entsetzen eine große Menge gefällter Bäume an der Seite des Weges liegen. Zum Glück hatten die Holzarbeiter nur in der Nähe des Platzes gearbeitet und der Platz selbst war unberührt. Es wurde mir jedoch dadurch klar, wie fragil diese Idylle dort ist. Sobald irgend jemand auf die Idee käme, die noch verbliebenen alten Bäume zu fällen, wäre die ganze Ökologie dieses Ortes ruiniert und damit der ganze Zauber des Ortes verschwunden.

Im Jahre 2040 – oder hoffentlich früher – wird es jedem Menschen möglich sein, bestimmte besondere Plätze unter Schutz zu stellen. Wir Menschen brauchen diese Plätze, um zu uns selbst zurück zu finden. Unsere Seelen brauchen diese Plätze, um sich zu regenerieren und um wieder in Einklang zu kommen mit der Schöpfung. Und wir brauchen intakte Seelen um selbst gesund zu bleiben.

Es war sehr interessant: Auf dem Hinweg zu diesem Platz habe ich ein paar Pilze gesehen. Auf dem Rückweg sah ich ein paar hundert Pilze, weil sich auf wunderbare Weise an diesem Platz meine Wahrnehmung geschärft hatte und ich wieder verbunden war mit der großen Mutter Erde.

Ich wünsche allen Menschen so einen Platz des Friedens und der Rückverbindung.