Emanzipation, aber richtig!

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Eine transparente Gesellschaft

Die Gedanken zu diesem Blog sind mir gekommen, nachdem die Computer der Bundestagsabgeordneten „gehackt“ worden sind. In einem Interview mit einem Sicherheitsexperten sagte dieser in etwa folgendes: Das waren nicht die Russen (die die Computer gehackt haben), die sind so gut, dass das wahrscheinlich nie aufgefallen wäre.!!!

Das heißt doch ganz einfach im Klartext, dass es gar keinen Schutz vor Bespitzelung und Überwachung gibt und geben kann. Ja, warum machen wir es nicht gleich ganz anders? Was haben wir eigentlich zu verbergen?

In der heutigen Gesellschaft ist Wissen gleich Macht. Wir glauben, wenn einer unsere Schwächen kennt, ist er uns überlegen. Das ist jedoch völliger Unsinn. Wir sind stark, sonst könnten wir hier gar nicht leben. Hinter uns, hinter jedem von uns, steht die Kraft dieses Planeten, der uns erhält, versorgt und umsorgt. Es ist schließlich der Planet, der unser Herz schlagen lässt und uns damit am Leben erhält. Dafür können wir nichts als dankbar sein, denn wir würden in unserer Hektik, unserem Stress und unserer Geschäftigkeit ständig vergessen, uns um unseren Herzschlag zu kümmern. Und müssten wir uns um solche Dinge kümmern, hätten wir keine Zeit mehr für anderes. Deshalb ist der Planet das entscheidende Kriterium, und nicht die Meinung anderer, und auch nicht unsere eigene.

Wir sind alle Menschen, und keiner von uns ist fehlerlos oder gar perfekt. Das ist jedoch völlig belanglos, weil wir auf der anderen Seite ungeahnte Fähigkeiten haben. Nur wir haben überhaupt die Idee und den Impuls, von diesem unseren Planeten hoch zu sehen in die Weite des Weltalls, und uns dann zu fragen, woher das alles kommt, welchen Platz wir darin haben und zu staunen über etwas, was in seiner Größe all unser Denken und Begreifen übersteigt, in das wir gleichzeitig  eingebunden sind.

Warum sollten wir angesichts dieser Größe nicht dazu stehen, wer wir wirklich sind. Aufhören mit den ganzen Versteckspielen. Auf einer größeren Ebene aufhören mit Geheimdiplomatie, Geheimdiensten, Geheimagenten und diesem ganzen Unfug. Denn all dieses führt nur zu Misstrauen und Angst: was weiß man über mich, und ist dass, was man weiß, überhaupt richtig?  Wenn man etwas über mich wissen möchte, gibt es einen ganz einfachen Weg: Man kann mich fragen!Warum spielen wir nicht mal mit offenen Karten. Dann aber auch wirklich alle, auch die staatlichen Institutionen, so weit sie weiterhin notwendig sind, denn Vieles kann dann ganz einfach wegfallen, weil es unnötig geworden ist. Und wir Menschen können endlich zu unserer Größe stehen. Wir haben nichts zu verbergen, nicht zu verstecken und müssen uns für nichts schämen, denn wir sind hier erwünscht und gebraucht, auch wenn wir nicht immer wissen, wozu. Wir brauchen eine Gesellschaft, die auf Vertrauen gebaut ist – und nicht auf Misstrauen. Dann können wir endlich aufrecht, ehrlich, stolz und frei leben, einfach menschlich.

Eine menschliche Gesellschaft

Wie soll die nächste Stufe der Gesellschaft aussehen? Wir Menschen haben schon vieles ausprobiert: Absolutismus, Monarchie, Kommunismus, Kapitalismus, Demokratie, Diktatur usw. Wie wäre es mal mit einer menschlichen Gesellschaft?

Denn was uns alle verbindet, ist so viel mehr und bedeutsamer als alles, was uns trennt. Wir alle haben grundsätzlich das selbe Design, wir funktionieren auf die gleiche Weise. Die Hautfarbe kann unterschiedlich sein, das Herz im Inneren können wir nicht unterscheiden. Wir haben alle nur diesen einen Planeten, der uns erhält und ernährt. Wir alle empfinden Freude, Glück, Kummer und Schmerz. Wir empfinden aber nicht unser eigenes Glück, unseren eigenen Kummer. Sie gehören uns nicht, wir können sie nicht besitzen, konservieren, einfrieren oder gar verkaufen. Interessanterweise können wir sie mit anderen teilen. Freude z. B. ist etwas universelles, die Anlässe, Freude zu fühlen, unterscheiden sich. Das Gefühl und die Essenz sind gleich. Der Ausdruck des Gefühls variiert dann wieder von Mensch zu Mensch.

Natürlich sind wir alle unterschiedlich, jeder hat seinen einmaligen Fingerabdruck, sein eigenes unvergleichbares Leben, seine eigene einzigartige Kombination von Fähigkeiten und Talenten. Auch darin sind wir uns gleich, weil jeder einzigartig ist. Wenn wir das erkennen und dem entsprechend leben, brauchen wir die ständige Abgrenzung von anderen nicht mehr. Wir sind in erster Linie alle Menschen, dann beginnen die Unterschiede, und die sind wichtig, aber zweitrangig.

Vielleicht liegt es an unserer Überbevölkerung, an der Enge, in der wir zusammen leben, an der Flut von Informationen, die den Kern der Dinge verschleiert, und an unserer Angst, nicht gut genug zu sein, dass wir uns nicht mehr freuen, einen anderen Menschen zu sehen.

Stellen wir uns einmal vor, wir sind allein auf einer Expedition durch die Wüste. Wir haben genug Proviant dabei, so dass wir keinen Mangel haben. Eine Woche lang haben wir keinen Menschen getroffen. Plötzlich sehen wir in der Ferne einen anderen Menschen. Was für ein Gefühl! Es ist uns dann völlig egal, ob der andere Ausländer ist, welche Hautfarbe er hat, ob er arm oder reich ist… Es ist ein Mensch.

Das können wir auch in anderen Lebenslagen praktizieren. Nicht immer und überall, aber wenn wir in jemandem anderen den Menschen erkennen, stärken wir unsere eigene Menschlichkeit, stellen das, was uns trennt, in den Hintergrund und das, was wesentlich ist und uns verbindet, in den Vordergrund. Kleine Schritte hin zu einer menschlicheren Gesellschaft