Menschen sind Menschen! Das sehen wir sehr deutlich bei Neugeborenen. Säuglinge sind schutzbedürftige Wesen, die ihre Eltern oder andere Erwachsene lebensnotwendig brauchen. Und das ist überall auf der Erde so. Es gibt in diesem Stadium keine Unterscheidung in gut oder böse, klug oder dumm, nützlich oder nicht nützlich…
Das ist der Kern, die wahre Essenz des Menschen. Aber natürlich bleibt es im Laufe des Lebens nicht dabei. Wir müssen ja für die Gesellschaft nützlich sein, unsere Eltern wollen stolz auf uns sein, und wir sollen es einmal besser haben. Es kommt Erziehung, Zwang, Norm und Indoktrination hinzu. Es geht ja nicht darum, dass Kinder sich frei ihrem eigenen Wesen entfalten können, sie müssen in die Gesellschaft passen und nützlich werden.
Und somit entfernen sich Menschen von ihrem Wesen und gehen mehr und mehr von sich selbst weg nach außen, um gesellschaftliche Ansprüche zu erfüllen. Sie verlieren dabei oft das Gefühl für sich selbst und identifizieren sich mit äußeren Zielen. Das ist zwar kein Weg zum Glücklich sein, aber man bekommt Anerkennung, Lob und eventuell viel Geld als Ersatz dafür, dass man seinen eigenen Weg aufgegeben hat.
Wir beurteilen die Menschen heute fast immer nach diesen äußeren Faktoren: Nach dem, was sie denken und tun, welche Ideologie sie vertreten, nach dem was sie darstellen – ihrer Rolle – oder nach ihrem kulturellem Hintergrund. Dabei übersehen wir das, was uns eint.
Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend, alle Menschen. In dieser Zeit sind wir wieder wie Kinder. Unser Verstand, der trennend zwischen uns steht, schweigt. Da ist keine Ideologie oder Klassenbewusstsein, welche zwischen uns steht. Wir sind wieder abhängig. Diesmal nicht von jemandem anders, aber von dem Prozess den Mutter Erde für uns bereit hält, um uns wieder mit Energie aufzuladen, uns frisch zu machen für den nächsten Tag und um uns auszubalancieren.
Im Schlaf sind wir alle abhängig, abhängig von etwas, was unser Verstand nicht begreifen kann.
Vielleicht ist das eine viel bessere und solidere Basis, über andere nachzudenken, als über die Tausende von Unterschieden, die uns trennen.