Gedanken über das Leben

Vielleicht ist ja alles ganz anders, als wir glauben. Wir meinen, wir hätten ein Leben, aber in Wirklichkeit hat das Leben uns. Deshalb können wir nicht einfach unseren Atem anhalten, wenn wir von allem mal genug haben. Wenn wir es versuchen, werden wir ohnmächtig und atmen wieder, weil das Leben in uns stärker ist als wir selbst.

Wir sind der Ort, wo das Leben sich auf einzigartige Weise ausdrücken kann, weil jeder von uns einzigartig ist. Wir sind die Bühne, auf der sich Leben abspielt. Das Leben ist größer als wir! Wie können wir glauben, dass wir es besitzen können!  Je mehr wir glauben, alles kontrollieren zu müssen, um so ärmer machen wir das Leben, und damit unser eigenes Leben auch. Wir verengen den ungeheuren Fluss des Lebens zu einem Rinnsal, das wir handhaben können, oder glauben, handhaben zu können.

Es gibt kein „gutes Leben“ und kein „schlechtes Leben“. Leben entzieht sich unserem Urteil. Es reicht von der Amöbe bis zum Elefanten, von der Alge bis zum Mammutbaum. Natürlich sind die Lebensumstände für manche Menschen besser als für andere. Ich habe keine Ahnung, wie das Leben für jemand ist, der täglich ums Überleben kämpfen muss. Dafür bin ich dankbar, aber vielleicht nicht dankbar genug, weil ich persönlich nie Hunger und Elend erlebt habe.

Was ich oben gesagt habe, bedeutet nicht, dass wir wie Marionetten sind, die nicht zu sagen haben. Wir können die Standards setzen für das, was sich auf „unserer“ Bühne abspielt. Wir können miese Charaktere und schlechte Schauspieler von dieser Bühne verbannen… Das ist unser Privileg als Menschen, „Nein“ zu sagen, zu all den destruktiven, lebensfeindlichen, bösen Dingen, die unsere Bühne für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen.

Aber wollen wir wirklich im Vorhinein alles wissen und bestimmen, was in unserem Leben geschehen soll? Oder suchen, finden und spüren wir jeden Tag die Wunder, die das Leben für uns bereit hält?

 

Es fängt ganz klein an…

Ich schaue relativ wenig Fernseher, schon gar nicht am Nachmittag. Aber jeden Dienstag ist nachmittags meine „Hundesitterzeit“. Und da der Hund recht alt ist und nur noch wenig spazieren geht, sehen wir uns dann zusammen merkwürdige Dinge im Fernsehen an. Was mir dabei auffällt ist, dass in den Nachmittagsserien – angebliches Realityfernsehen – nahezu ständig Gesetze gebrochen werden. Da verwanzen Privatdetektive Häuser, hören Gespräche ab, installieren heimlich Kameras oder nehmen sogar Menschen fest. All das ist illegal nach deutschem Recht!

Jetzt kann man ja denken, ja diese Nachmittagsproduktionen bei den privaten Sendern sind sowieso „Trash“, und darum gar nicht ernst zu nehmen. Das habe ich auchmal so gedacht. Aber alles, was wir sehen, hören und erleben hat einen Einfluss auf uns, offensichtlich oder schleichend. Schleichend ist dabei viel schlimmer, weil wir dann oft nicht die notwendigen Abwehrkräfte dagegen entwickeln. Das gleiche gilt für Computerspiele, in denen Gewalt und Töten die Mittel der Wahl sind. Niemand wird zum Mörder, weil er mal so ein Spiel gespielt hat, aber trotzdem ist da ein schleichender Einfluss, der Gewalt legitimiert.

Das Gleiche geschieht durch Sprache. Der Begriff: „Kriminelle Ausländer“ ist selbst schon kriminell, weil er Dinge zusammen bringt, die nichts miteinander zu tun haben. Es gibt überall auf der Welt Menschen, die kriminelle Dinge tun. Ausländer sind wir alle, außer in unserem Heimatland. Was soll also diese Kombination anderes, als diskriminieren und Angst machen.

Angst machen scheint sowieso das angebrachte Ding unserer Zeit zu sein. „Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?“. Die Wahrscheinlichkeit einem Wolf zu begegnen kommt einem Sechser im Lotto gleich. Also bitte, nur keine Panik, keine Hysterie, auch wenn diese von vielen gewollt wird, um uns um unseren Verstand zu bringen.

Die Welt geht nicht unter, weil hier verschleierte Frauen herumlaufen und Männer, die Bärte tragen. Sie mag jedoch sehr wohl untergehen, wenn wir nicht aufhören, die Erde über Gebühr auszunutzen, wenn wir nicht aufhören, unsere Umwelt zu vergiften, wenn wir nicht endlich damit aufhören, Waffen zu produzieren, die dann endgültig alles Leben auf dieser schönen Erde unmöglich machen.

Bleiben wir wach, lebendig, aktiv, aufmerksam und lassen wir uns nicht einlullen von angeblich unterhaltsamen Programmen, Romanen, Filmen, Spielen…

 

 

 

Einigkeit und Recht und Freiheit

Ich bin recht stolz auf „unsere“ deutsche Nationalhymne. Nicht über die erste Strophe, die ähnelt doch sehr anderen Hymnen, die das eigene Land glorifizieren. Aber auf die dritte, die ja auch die offizielle Hymne ist: „Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland, danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand…“

Das ist doch mal eine schöne Aufgabe für uns alle, die wir hier im Land wohnen. Sich selbst für das Volk zu erklären ist dabei nicht sehr hilfreich, sondern zerstört das Streben nach der Einigkeit. Einigkeit ist nichts, was wir vorfinden, es ist auch kein Endzustand, es ist ein Prozess, eine Herausforderung, ein Kraftakt, der viel von jedem Einzelnen verlangt. Einigkeit bedeutet, seine eigenen Ansprüche und Forderungen zurück zu stellen für eine mehr oder minder abstrakte Gesamtheit oder Gemeinschaft. Es bedeutet aber auch, Prinzipien zu bewahren und zu verteidigen und diese nicht in der Bewegung der Massen über Bord zu werfen.

Damit sind wir gewissermaßen schon bei Punkt zwei, dem Recht. Und auch das gestaltet sich nicht einfach. Recht ist nicht unbedingt das, was in irgendwelchen Gesetzestexten steht. Die sind mittlerweile so kompliziert und unverständlich geworden, dass sie mehr verschleiern als enthüllen. Recht muss klar, eindeutig und nachvollziehbar sein. Die „Zehn Gebote“ sind ein Musterbeispiel davon, wie so etwas aussehen könnte. Das eigene Gewissen ist dabei vielleicht ein besserer Ratgeber als das Beharren auf Paragrafen.

Und dann bleibt da noch das Streben nach Freiheit. Vielleicht haben wir das ja schon ganz aufgegeben bei unserem Wunsch nach Sicherheit und Schutz. Das ist vielleicht der größte Fehler, den wir heute machen, denn sind nicht „Einigkeit und Recht und Freiheit des Glückes Unterpfand?“ Zumindest behauptet unsere Hymne das, und ich glaube das auch. Freiheit ist das, was uns Menschen zu Menschen macht. Sie ist unser größtes Geschenk. In ihr liegt der Unterschied zu anderen Lebewesen. Und ohne Freiheit können wir unseren menschlichen Aufgaben nicht nachkommen.

Roboter können vielleicht viel, und manches besser als wir. Sie können aber keine Wärme, Geborgenheit, Fürsorge und Liebe geben. Menschen sind unersetzlich, wenn sie frei sind.

Streben, nicht fordern ist die Nachricht. Und streben fängt immer bei uns selbst an. Es ist ein eigenverantwortlicher Vorgang.

Vielleicht hören wir mal genauer hin, wenn das nächste mal die Deutsche Hymne gespielt wird.

 

 

 

 

Die Geschichte vom kleinen und vom großen Ich

Im Großen und Ganzen befinde ich mich in zwei unterschiedlichen Zuständen, die sich aber auch zuweilen überlagern und vermischen: Ich nenne sie hier mal das kleine Ich und das große Ich.

Das große Ich ist neugierig, offen und großzügig. Es weiß, dass es von guten Dingen umgeben und behütet ist. Das es Teil des Lebensflusses ist, der weiter und weiter geht. Es weiß, dass alles miteinander verbunden ist und Abgrenzungen deshalb Unfug ist. Es ist sich bewusst, Teil des Universums und „Endprodukt“ einer langen Entwicklung der Menschheit hin zu diesem Zeitpunkt zu sein.

Das kleine Ich dagegen ist ängstlich, engstirnig und ungnädig. Es sorgt sich um „sein“ Territorium, sein Auskommen, seine Zukunft… Überhaupt spielen die Begriffe meins und ich eine wichtige Rolle fürs kleine Ich. Es betrachtet Fremdes und Fremde mit Argwohn und Sorge. Es sieht sich als allein und isoliert an, und muss deshalb ständig gegen andere kämpfen und sich ständig beweisen.

Das große Ich weiß, dass es gewollt ist, sonst würde es nicht hier sein und jeden Tag und jede Sekunde mit Energie versorgt werden, es hätte nicht die unglaubliche Freiheit, die wir alle haben. Es hätte nicht die Möglichkeit wachsenden Bewusstseins und zunehmender Kreativität. Das große Ich weiß oder ahnt zumindest, dass es einen Sinn gibt, den wir Menschen finden können, und dass das unglaubliche Universum mit all seinen Wundern nicht zufällig entstanden ist. Für das große Ich gibt es keine Zufälle.

Das kleine Ich dagegen braucht ständig die Anerkennung von anderen. Es sucht ständig nach Bestätigung und persönlichem Erfolg. Oft erfolgt dieser Erfolg auf Kosten anderer, deshalb gibt es für das kleine Ich kein andauerndes Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Es sucht die Erfüllung in materiellen Dingen außerhalb von sich selbst.

Das große Ich dagegen ist glücklich darüber, als Mensch mit allen seinen Möglichkeiten, Freiheiten und Fähigkeiten auf diesem wundervollem Planeten leben zu dürfen und zu können. Mitspieler und Zeuge zu sein in dem großartigen Spiel der Evolution und der Emanzipation der Menschheit.

Interessanterweise kommen Neugeborene fast immer (abhängig von der Erfahrung im Mutterleib) nur mit dem großen Ich zur Welt. Sie sind wissbegierig und offen. Sie haben keine Sorgen mit Image und Status. Sie wollen einfach Erfahrungen machen und dabei alles über sich und die Welt lernen.

Das kleine Ich entwickelt sich erst später, dadurch dass wir gezwungen werden, uns an bestehende Normen und Verhaltensmuster anzupassen. Wenn die Dinge unterteilt werden in „gut“ und „schlecht“.

Das macht die Frage einfacher, welches das wahre Ich ist. Aber das ist leider nur eine intellektuelle Überlegung, solange wir nicht entsprechend handeln und leben. Lassen wir uns es versuchen! Gemeinsam geht es besser und alles andere ist doch nur Selbsttäuschung und Selbstbetrug.

 

 

Heimat

„Die Krähen schrei’n und ziehen schwirren Flugs zur Stadt, bald wird es schnei’n, wohl dem, der jetzt noch Heimat hat.“ so heißt es in einem Gedicht von Nitsche.

Aber was heißt es, Heimat zu haben? Da stehen Menschen auf der Straße und beschimpfen und bedrohen andere Menschen, die offensichtlich ihre Heimat verloren haben. Haben aber nicht auch die, die gegen die Neuankömmlinge protestieren, ihre Heimat schon längst verloren oder vielleicht auch nie gefunden?

Denn Heimat bedeutet, einen Platz gefunden zu haben, an dem man sich geborgen fühlt. Wer sich geborgen fühlt, hat keinen Grund, gegen andere zu protestieren. Er fühlt sich einig und in Harmonie mit dem Platz, an dem er lebt.

Daraus ergibt sich dann ganz natürlich der Wunsch, dass auch andere Menschen eine Heimat finden, wo immer das auch sein mag. Wenn sie dort Heimat finden, wo ich mich zu Hause fühle, umso besser. Was kann mich erschüttern, wenn ich meinen Platz gefunden habe?

Warum ist es dann so schwierig, sich sogar an dem Platz oder in dem Land, in dem man geboren wurde, sich heimisch zu finden?

Durch das industrielle Zeitalter verlieren wir mehr und mehr den Zugang zu unseren Wurzeln. Unsere Wurzeln befinden sich in unserem Planeten. Er versorgt uns mit allem, was wir benötigen. Das war früher sehr klar, als die meisten Menschen von den direkten Erträgen ihrer Arbeit gelebt haben. Heute ist diese Unmittelbarkeit weitgehend verloren gegangen. Wir drücken einen Knopf auf der Computertastatur und bekommen etwas geliefert, was bereits durch viele verschiedene Prozesse gelaufen ist. Ein Fischstäbchen z.B. hat nur noch sehr wenig mit dem Fisch zu tun, der einmal munter durch das Meer geschwommen ist.

Wir kaufen Dinge, die fast ohne menschliches Zutun produziert worden sind, sondern in menschenleeren Fabriken. Wir bestellen bei weltweiten Konzernen, bei denen niemand mehr weiß, wem sie gehören und die auch nur noch übers Internet zu erreichen sind. Menschen scheint es da nicht mehr zu geben.

Es ist sehr bedauerlich, dass Menschen sogar im eigenen Land keine Heimat finden. Das hat aber nichts mit anderen Menschen zu tun. Wachen wir auf! Sehen wir, welche Schätze, Werte und unentdeckte Geheimnisse das Leben für uns bereithält. Sehen wir, wie großartig dieses Land ist, wie reich seine Kultur und seine Sprache. Seinen wir dankbar dafür, in diesem Land leben zu dürfen. Stolz spielt dabei überhaupt keine Rolle. Dankbarkeit ist der Weg zur Heimat und Geborgenheit, zu Frieden und Freiheit.

 

 

 

Die Machtfrage

Jetzt sind wir also alle Aufgerufen am 24. September unsere „Stimme abzugeben“. Bitte machen Sie das nicht! Sie können gerne wählen gehen, aber geben Sie nicht ihre Stimme ab, die ist viel zu wichtig.

Am Wahltag jemanden oder eine bestimmte Partei zu wählen ändert gar nichts. Zu mächtig sind die Argumente der Wirtschaft, des Militärs, der Geheimdienste, der Bürokraten und Lobbyisten… Zu gewaltig die ganze Kraft des bestehenden Systems, von dem so viele glauben und uns überzeugen wollen, dass es „alternativlos“ ist. Ist es aber nicht, sondern es steht auf einem verrotteten Fundament. Es beruht auf der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen, hier und anderswo und auf der Zerstörung der Grundlagen des Lebens. Was können wir also tun?

Die wahre Kraft liegt immer in uns selbst und kann nicht abgegeben oder delegiert werden. Wenn wir für uns selbst wissen, wofür wir stehen, eintreten und uns engagieren; wenn wir wissen, von welchen Grundwerten und Prinzipien wir nicht und nie abweichen werden, dass hat dann eine Kraft, die Dinge verändern kann. Denn dann sind wir nicht mehr allein. Wir sind mit der Kraft dieser Werte, Prinzipien und Ideen verbündet. Und diese ändern die Welt, nicht Personen allein.

Auf  diese Weise sind alle Menschen gleich mächtig. Wir alle können ein Feld erzeugen, welches Dinge ermöglicht oder verhindert. Wichtig ist, dass wir nicht unklar oder halbherzig in uns selbst sind. Wir müssen die Dinge für uns selbst ergründet haben und in uns selbst begründen können. Und dann auch dem entsprechend leben. Wir brauchen niemand zu missionieren oder uns in endlose Debatten verwickeln. Was wir in die Welt hineinstrahlen und hineintragen hat Einfluss.

Hören wir auf, die Welt in Mächtige und nicht Mächtige zu zerteilen. Denn in Wahrheit sind die Mächtigen ohnmächtig. Ihre Rollen in der Welt zwingen sie in so ein straffes Korsett, dass sie kaum noch ein eigenes Leben führen können. Also, bitte nicht die Stimme abgeben, wach bleiben, die Welt mit neugierigen Augen betrachten und sich nicht dem allgemeinem Wahnsinn anschließen… Das ist schon mal ein Schritt in Richtung Freiheit, und um die geht es ja schließlich im menschlichen Leben.

 

 

Menschheit 3.0

Irgendwie ist es eigenartig. Wir denken viel nach über die Zukunft: Zukunft des Internets, Zukunft der Mobilität, Zukunft der Energieversorgung, … Es könnte eine nicht endende Liste folgen.

Wir denken allerdings weniger über das uns am Nahliegensten nach, die Zukunft der Menschheit. Dabei ist es doch offensichtlich, dass alles, was sich nicht weiterentwickelt, keine Zukunft hat.

Jetzt werden sie vielleicht sagen, aber wir passen uns ja ständig dem Fortschritt der Technik an, wir können mit Computern und Smartphones umgehen, wir können Dinge online bestellen und vieles dieser Art mehr.

Das ist ja richtig, geht nur komplett in die falsche Richtung. Wir sind nicht auf dieser Welt, um uns an Maschinen anzupassen, sondern um uns hier als Menschen zu etablieren und zu emanzipieren. Unsere menschliche Technologie ist jedem Computer weit überlegen. Der pure Vergleich mit einer Maschine ist schon eine Beleidigung für uns und für alles, was lebt.

Unser Gehirn ist das komplexeste Gebilde im ganzen Universum. Wir haben einen freien Geist, der es uns erlaubt, schöpferisch und gestalterisch tätig zu sein. Und das ist unglaublich, denn damit werden wir zum Co-Kreator der Welt. Wir können uneigennützig lieben, auch das ist ziemlich einmalig im Universum. Wir können uns über uns selbst bewusst sein oder werden… Nehmen Sie sich mal ein Wörterbuch und sehen Sie mal nach, was es hier auf der Erde alles nicht gäbe, ohne uns Menschen.

Das fängt schon mit dem Wörterbuch an, mit Sprache und Schrift, mit Kunst und Musik, Philosophie und Theologie. Aber genauso mit Krieg, Waffen, Folter, Betrug, Bomben, usw…

Die nächste Stufe der menschlichen Entwicklung (Menschheit 3.0) besteht meines Erachtens darin, sich von den destruktiven Dingen dieser Liste bewusst zu trennen und sich um das in uns liegende, in uns lebende Potenzial zu kümmern, damit dieser Planet aufblüht und wir mit ihm.

Die Entwicklung von Menschheit 1.0 (Neandertaler) zu 2.0 (Homosapiens) ist uns geschenkt worden. Dadurch sind wir frei geworden. Aber zur Freiheit gehört immer Verantwortung. Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe, zu entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen: Den der Degeneration und Zerstörung, oder den der Freisetzung unseres menschlichen Potenzials. Und egal wie die Gesellschaft heute ist, das ist eine individuelle Entscheidung, die jeder von uns treffen kann. Wer sich nicht entscheidet, für den entscheiden die gesellschaftlichen Kräfte, die nur an ihrem eigenen Profit interessiert sind. Wir alle haben die Wahl, hier, morgen, immer, solange wir leben.

 

 

 

 

Müssen, Dürfen oder Wollen?

Da ist ein kleines Wort in der deutschen Sprache, welches eine Menge Stress hervorruft. Nein, ich meine nicht Politiker, Flüchtlinge, AFD, Harz 4, Klimawandel, Trump…

Ich meine das Wort „müssen“. Es wird ständig gebraucht und wir denken auch oft in dieser Kategorie. Es ist mit die größte Überredung, konform zu sein und nicht nach unserer eigenen Genialität zu suchen.

Dabei müssen wir in Wahrheit sehr wenig. Wir müssen alle sterben, wir müssen Wasser und Nahrung zu uns nehmen. Damit hört unser „Müssen“ schon fast auf. Selbst Atmen müssen wir nicht, dass geschieht, wie so vieles, was uns am Leben hält, automatisch.

Was macht dann dieses Wort müssen mit uns? Wir verlieren das Gefühl für uns selbst und für das enorme Geschenk Leben. Leben heißt nämlich nicht müssen, sondern dürfen. Leben ist eine ungeheure Erlaubnis: zu tun, zu schaffen, zu gestalten, zu lernen und zu lieben. Und da ist dann noch Platz für das, was wir wollen. Wir müssen unsere Wohnung nicht putzen, sondern wir wollen sie putzen, weil das so unserem Standard entspricht.

Wie können wir uns entfalten und zu unserer wahren Größe wachsen, wenn wir ständig denken, wir müssen? Wer oder was uns geschaffen hat, wollte Freiwillige, keine Sklaven. Sonst hätte er uns als Roboter kreiert, und nicht so individuell, wie wir nun mal sind. Darum hat er uns auch kein „Handbuch des Menschseins“  mitgegeben, nur ein tiefes Gefühl für das, was richtig und falsch ist.

Wir können dieses Gefühl für richtig und falsch im Dschungel von Gesetzen, Verordnungen und Paragraphen verlieren. Zumal vieles davon nichts mit richtig oder falsch zu tun hat, sondern einzig und allein der Aufrechterhaltung des Status Quo, also des Systems, wie es heute besteht, dient.

Es gibt natürlich Dinge, die besser getan werden sollten. Die machen uns viel mehr Freude, wenn wir sie mit der Einstellung „ich darf“ oder „ich will“ angehen, als mit dem Gefühl „ich muss„. Seinen Sie auf der Hut, wenn jemand sagt, wir müssen das jetzt machen oder Sie müssen etwas auf eine bestimmte Art und Weise machen. Er versucht Sie zu manipulieren, bewusst oder unbewusst.

Wir wären nicht da, wo wir jetzt sind, ohne die „Querdenker“, die Revolutionäre, die von den „normalen“ Wegen abgewichen sind. Sie hatten oft mit viel Widerstand zu kämpfen. Heute reden wir von ihnen als Genies. Wann wollen Sie ihr Genie zur Entfaltung bringen? (Denn in jedem von uns schlummert Genialität) Es beginnt damit, sich von den Zwängen, Bildern und Normen, die andere und die Gesellschaft für uns vorgesehen haben, zu befreien und zu sehen, dass jeder Mensch einzigartig und einmalig ist, und das wir tuen und machen dürfen.

 

Die Mär von der Unschädlichkeit

Wir leben in wissenschaftsgläubigen Zeiten. Und die Wissenschaft stellt etwas fest, z. B. das ein bestimmter Wirkstoff erst ab einer gewissen Konzentration schädlich ist, das Handystrahlen unschädlich sind usw…

Was die Wissenschaft nicht in Betracht zieht ist, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Den „Normmenschen“ gibt es nun mal nicht. Was auch vergessen wird ist, dass wir Menschen die sensibelsten, feinfühligsten Geschöpfe auf der Erde sind.

Es mag uns nicht so erscheinen, weil wir trainiert worden sind, unsensible zu sein. Ansonsten könnten wir gar nicht in dieser hochtechnisierten Welt voller Lärm, Gestank und Stress überleben. Das ist es, was uns in der Schule beigebracht wird, neben durch aus sinnvollen Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben. Die Kinder, die das nicht aushalten, erklären wir für krank oder unfähig.

Unser Lebenssinn liegt jedoch in unserer Sensibilität, nicht in unserer Intelligenz. Da sind wir ja offensichtlich jedem Computer unterlegen. Unsere Fähigkeit liegt im Erkennen der Schönheit, die dem Ganzen innewohnt, und in der Verstärkung dieser Schönheit durch ihre bewusste Anerkennung. Hier kommt dann Kunst ins Spiel, aber auch Dankbarkeit für unsere Fähigkeit, zu erkennen und anzuerkennen.

Vielleicht ist Glyphosat nicht krebserregend, aber ein totes Feld ist es, nicht für unseren Körper, aber für unsere Seele. Wir brauchen die Vielfalt des Lebens um uns herum und in uns. Ich brauche den Ruf des Kuckucks um glücklich zu sein. Wiesen voller Leben und Farbe, in denen es summt und brummt. Was brauchen Sie?

 

 

Über die Würde des Menschen

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ So steht es im Grundgesetz. Wissen wir warum? Und wie sieht es in der Realität damit aus?

Es passt für mich nicht so richtig zur Würde, wenn ich – und alle anderen Menschen – ständig überwacht, verdächtigt und ausspioniert werde.

Menschsein ist immer das übergeordnete Kriterium. Was immer ich auch tue, ich bleibe Mensch. Das ist unser Geburtsrecht. Auch wenn ich mich nicht so verhalte, sondern wie ein Tier handle, ich bleibe Mensch. Es ist traurig genug, wenn wir unter unser (menschliches) Niveau gehen. Das gibt aber niemand anderem irgendwelche Rechte. Denn jeder ist erst einmal für sich selbst verantwortlich.

In den USA ist neulich ein Sänger irrtümlich verhaftet worden. Er hat sich danach fürchterlich beschwert, dass er wie ein Verbrecher behandelt worden ist. Und da liegt „der Hase im Pfeffer“: Niemand sollte je wie ein Verbrecher behandelt werden, egal ob berechtigt oder unberechtigt verhaftet wurde. Das heißt nicht, dass wir nicht die Gesetze durchsetzen sollten und Gesetzesverstöße nicht ahnden sollen. Es meint nur, das jeder Mensch mit Respekt behandelt werden sollte, unabhängig von seinen Taten. Denn wir wissen ja nichts über seine Geschichte, seine Dämonen oder seine Gründe. Und Dämonen haben wir alle.  Und wie ist es mit der Unschuldsvermutung?

Wir sind nicht nur Individuen, sondern wir alle sind Teil von etwas sehr Großem – der Menschheit. Und für die ist es wichtig, wie wir miteinander umgehen. Ob wir menschliche Standards einhalten oder nicht. Was wir im Umgang miteinander erlauben und was nicht. Das ist nicht nur für uns jetzt wichtig, sondern besonders für die Generationen, die uns folgen. Woher sollen unsere Kinder ihre Orientierung bekommen, wenn wir selbst schon keine mehr haben.

Und warum pochen wir selbst nicht stärker auf unsere Würde? Warum lassen wir uns alles gefallen? Ich glaube, wir haben vergessen, worin diese Würde begründet liegt. Wir haben vergessen, dass wir – jeder von uns – einmalig sind. Niemals vor uns und niemals nach uns wird jemand uns völlig gleich sein. Und allein durch diese Einmaligkeit sind wir schon eine Bereicherung für diese Erde. Wir geben dem Leben Ausdruck in einmaliger Weise. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir dem auch bewusst Ausdruck verleihen. Nicht hochmütig und arrogant, sondern in Demut und Bescheidenheit, aber trotzdem bestimmt die Würde des Menschsein zum Ausdruck bringen.