Selbsterfüllende Prophezeiungen

Ich trage schon seit Beginn meiner Schulzeit eine Brille, deren Stärke im Laufe meines Lebens immer wieder angepasst werden musste. Darum war ich vor ein paar Wochen bei einem Augenoptiker, um meine Sehstärke überprüfen zu lassen. Er hat sich viel Mühe gegeben und die unterschiedlichsten Dinge ausprobiert, um mir am Ende zu sagen, dass meine Sehkraft nur noch bei 50% liegt und er das leider auch nicht verbessern kann. Das hat mich sehr besorgt, mit dem Ergebnis, dass ich mehr darauf geachtet habe, was ich nicht erkennen kann. Ich habe mir darauf hin auch gleich einen Termin beim Augenarzt geben lassen, weil solche Begriffe wie „Makula-Degeneration“ und Erblinden in meinem Kopf herum spukten.

Montag war ich jetzt beim Augenarzt und für mich ging der Horror weiter. Der Doktor bat mich, die an die Wand projektierten Zahlenreihen zu lesen. Von den 5 Zahlen in einer Reihe konnte ich nur drei bis vier erkennen, oh weh. Nach Ende der Untersuchung sagte der Augenarzt dann zu meiner absoluten Überraschung und Freude, dass meine Sehkraft auf einem Auge 80% und auf dem anderen sogar bei knapp 100% liegt.

Warum erzähle ich das? Mir hat das erneut gezeigt, dass wir Menschen schnell manipulierbar sind. Nicht nur von anderen, sondern vor allem von uns selbst. Wenn wir das Augenmerk darauf richten, was nicht funktioniert oder nicht richtig ist, wir werden es sehen. Wenn wir nach dem suchen, was funktioniert, gut und schön ist, wir werden es mühelos finden.

Es geht dabei nicht darum, nur eine Seite zu sehen. Aber das Negative raubt uns Kraft und verstellt uns die Sicht auf das Licht. Es kann uns deprimiert oder hart machen, wenn wir nicht täglich auch sehen, wie wunderbar das Leben ist, welches Wunderwerk dieser Planet ist und wie genial der menschliche Körper ist, in dem wir hier in unserer Zeit auf Erden wohnen dürfen.

So vieles, was wir als selbstverständlich nehmen, ist nicht selbstverständlich, sondern ein Grund, dankbar zu sei. Das wir sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen können ist nicht selbstverständlich. Das wir reden können und der andere uns verstehen kann ist alles andere als selbstverständlich. Das wir jeden Morgen erfrischt und mit Energie versorgt aufwachen…  Einfache Tatsachen, die aber völlig unabhängig sind von den schnelllebigen Tagesereignissen. Unsere Wunden werden heilen, egal wer gerade an der Macht ist.

Nachtrag zum Beitrag: Was hilft – vielleicht?

Da habe ich mich wohl vergaloppiert: Alle Blogs, die ich bisher geschrieben hatte, sind spontan, aus dem Moment heraus entstanden – manchmal bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, und hatte eine Idee oder Formulierung im Kopf.

Jetzt habe ich versucht, eine ganze Reihe zu planen – und das ist nicht der Weg, wie das Bloggen für mich funktioniert. Deshalb demnächst wieder spontane Schreiben, versprochen.

Ich halte den Gedanken, dass wir uns nicht gegen Personen stellen sollten, sie kleinmachen und bekämpfen sollen, weiterhin für richtig. Wir können andere nicht ändern, wir haben auch keinerlei Recht, das zu tun. Was wir tun können ist, den degenerativen Einflüssen auf das menschliche Leben keinen, kaum oder immer weniger Platz in unserem eigenen Leben zu geben.

Korruption zum Beispiel beginnt ganz klein und unbemerkt. Es sind nicht nur die spektakulären Fälle, wo Millionen hin und hergeschoben werden. Wir leben in einer korrupten Gesellschaft, denn ist es nicht schon Korruption, wenn uns Dinge super günstig verkauft werden, die wir nicht wirklich brauchen,  für die aber andere und/oder die Umwelt den Preis bezahlen müssen? Ist es nicht korrupt, wenn wir unsere Kinder davon abhalten, dass zu tun, was sie lieben, weil es dafür nicht genug Geld gibt? Wenn wir versuchen, ihr Wohlverhalten und ihre Liebe zu kaufen?

Bleiben wir wachsam, denn die Welt ist nicht schwarz und weiß.

  

  

Was hilft – vielleicht?

Ich bekomme fast täglich Petitionen für eine gute Sache, Spendenaufrufe, Hilferufe und Bitten um Unterstützung. Ich setzte mich gerne ein und auch meine Geldbörse bleibt nicht immer verschlossen. Zugleich weiß ich aber genau, dass wir so die Welt nicht verändern oder sogar retten können. Wenn ich alles Geld weggebe, hilft das auch keinem, sondern ich werde dann selbst bedürftig. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass wir vieles zum Leben brauchen und weiß, dass die besten Dinge sowieso frei erhältlich sind. Ich brauche jedoch genug Geld, um handlungsfähig bleiben zu können.

Andere Personen oder Parteien wählen ist auch nicht die Lösung, weil die Regeln der Politik zur Erhaltung des bestehenden Macht-Gefüges gemacht wurden, und nicht für eine wirkliche Veränderung. Es ist absolut unsinnig, in den Kategorien „links“ und „rechts“ zu denken, gegen diese oder jene Person zu sein oder seine Hoffnung auf irgendeine „Lichtgestalt“ zu richten.

Stattdessen sollten wir beginnen, uns gegen die zerstörerischen Einflüsse zu wenden, die uns von der Größe menschlicher Existenz abbringen und uns unfrei machen und damit unmenschlich werden lassen.

Diese Liste ist weder ultimativ noch absolut, es sind die Dinge die ich sehe. Dinge, die in der Welt sind, die mächtig sind, die uns ständig beeinflussen und vereinnehmen wollen, die aber mit der Würde des Menschen nicht zu vereinbaren sind. Hier die kleine Liste: Schwäche, Korruption, Tyrannei, Grausamkeit, Perversion und Betrug. Es gibt bestimmt mehr, was man hier aufführen könnte. Ich jedenfalls möchte in den nächsten Wochen zu jedem der genannten Themen einen Blog schreiben, mit der Intention, dass wenn möglichst viele von uns in ihrem eigenem Leben „Nein“ zu diesen Einflüssen sagen…? Schaden kann es jedenfalls nicht! 

Versuch über die Liebe

Wir lernen jemand kennen und verlieben uns „unsterblich“ in ihn. Wir glauben, ohne ihn nicht leben zu können und versichern ihm unsere „ewige“ Liebe…Leider geht das oft nicht gut aus. Aus der anfänglichen Liebe wird später Gleichgültigkeit oder sogar Hass.

Uns geht die Kraft aus, den anderen weiterhin zu lieben, denn natürlich hat er Fehler und Macken, wie jeder andere Mensch auch. Das liegt aber auch daran, das wir Menschen nur  beschränkte Kräfte haben, wir haben beschränkte Ressourcen, beschränkte Geduld, beschränkte Erkenntnisfähigkeiten und so weiter… Wir müssen immer wieder auftanken und neue Energien schöpfen. Wir sind nicht wie die Sonne, die ihre Kraft aus sich selbst erzeugt.

Heißt das, dass das romantische Bild von der ewigen Liebe nichts als eine Illusion ist? Nein, das heißt es nicht. Wir müssen dafür aber unsere Isolation und unser Inseldenken aufgeben. Erkennen wir, dass wir umgeben sind von Liebe, wir sind selbst Kinder der Liebe. Wir erkennen diese oft aber nicht, weil wir unseren eigenen Maßstab auf andere Dinge anwenden. Warum erstrahlt die Blume in Schönheit? Würde es nicht genügen, die Insekten nur mit Nektar und Blütenpollen anzuziehen? Warum führen Vögel komplizierte Rituale auf, um dem anderen zu gefallen? Es geht also nicht nur um Sex, Fortpflanzung und Nahrung.

Vielleicht ist das Muster, welches der Wind auf der glatten Wasseroberfläche hervorruft ein Zeichen von Liebe? Von der gegenseitigen Liebe der Elemente zueinander, denn allein sind sie ohnmächtig und wirkungslos. Erst im Zusammenspiel werden sie stark und mächtig.

Zusammenspiel, Zusammenhalt und gegenseitige Stärkung sind Zeichen der Liebe, nicht nur das wilde Herzpochen, welches oft am Anfang steht, aber nicht überdauern kann, auch wenn wir es uns so sehr wünschen.

Liebe ist eine Energie und Qualität, die unerschöpflich ist. Sie nutzt sich nicht ab, sie kann nicht verbraucht werden, sondern der „Gebrauch“ von Liebe vermehrt sie. Wir haben kein unerschöpfliches Liebesreservoir in uns, aber wir können dem Fluss der Liebe, der alles Lebendige erreichen will, einfach weiter fließen lassen und ihn nicht für uns privatisieren und für unsere eigenen Zwecke kanalisieren oder sogar stoppen.

Seien Sie gewiss: Sie werden geliebt! Geht nicht jeden Morgen die Sonne für uns auf und bringt nicht jeder Tag neue Möglichkeiten und Chancen? Werden wir nicht jede Nacht erfrischt und neu aufgeladen? Sind wir nicht umgeben von Schönheit und haben die Möglichkeit, diese zu sehen und zu erkennen?

In diesem Sinne: Frohe Feiertage

 

 

Die Evolution und wir

Es ist unbestreitbar, dass das Leben sich entwickelt. Von den Einzellern über Bakterien und Mikroben hin zu immer komplexeren und größeren Lebensformen, intelligenteren Lebewesen. Irgendwie scheinen wir Menschen zu denken, dass mit uns die Evolution abgeschlossen ist – vielleicht denken wir das nicht bewusst – aber zumindest benehmen wir uns so, als wären wir der Endpunkt der evolutionären Entwicklung. Wir betrachten alle anderen Lebensformen als uns unterlegen, als Dinge, als Sache (sogar rechtlich ist das Verletzen oder Töten einer Katze „Sachbeschädigung“), als Ware und als Studienobjekte, die wir ganz zu unseren eigenen Zwecken benutzen, quälen oder sogar töten können, bis hin zur Ausrottung ganzer Arten und Kulturen.

Wahr daran ist, dass der Mensch ein Höhepunkt der evolutionären Entwicklung ist. Mit unserer Fähigkeit der Selbstreflektion und der Fähigkeit, uns unserer selbst bewusst zu sein, nehmen wir jetzt eine andere Rolle im Spiel des Lebens ein. Die Evolution des Menschen funktioniert nicht mehr automatisch. Denn wir haben einen freien Willen. Nichts und niemand kann uns zwingen, uns zu entwickeln. Wir müssen das jetzt schon selber tun.

Wir haben die Freiheit, uns wie Tiere zu verhalten und unsere höheren Fähigkeiten nicht zu benutzen. Oder wir können die in uns angelegten Fähigkeiten nutzen und zur Entfaltung bringen. Das macht uns dann zu „echten“ Menschen. Nur im Spannungsfeld von Reiz und Reaktion zu bleiben, macht uns unfrei und bringt uns auf die Ebene von Tieren. Da wir vom Tier abstammen, haben wir natürlich die Reaktionen von Kämpfen und Flüchten in uns. Diese sorgen für unser Überleben – und es ist gut, dass wir sie haben. Diese Systeme machen uns jedoch nicht zum Menschen. Das werden wir erst durch das Benutzen anderer, höherer Systeme,  die es uns ermöglichen, nicht in diese Automatismen zu bleiben. Wir können die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen möchten.

Die Fragen nach politischem Standpunkt, rechts oder links, konservativ oder progressiv, liberal oder ordnungsliebend, sie alle sind beliebig, solange sie nicht an einem Kriterium gemessen werden können. Die eigentlichen, wichtigen Fragen lautet ungefähr so:

Möchte ich Teil dieser großartigen Schöpfung sein oder ist mir das egal? Möchte ich mein Ego über alles andere stellen, oder möchte ich im Einklang mit den schöpferischen, lebensbejahenden Kräften sein und mit ihnen zusammen wirken? Bin ich selbst lebendig und bin ich aktiv für das Leben, oder nehme ich nur als Parasit Anteil daran? …

Es gibt da keine allgemeingültige Fragen und Formulierungen, und mit den Antworten wird das auch nicht anders. Am besten, Sie finden ihre eigenen Fragen und Antworten. (Wobei Fragen uns meistens weiterbringen als Antworten: Fragen sind wie eine offene Tür, Antworten wie eine geschlossene.)

Das ist dann praktizierte Evolution, denn zumindest Sie haben sich weiter entwickelt, neue Standpunkte bezogen oder andere Fragen gestellt. Denn Philosophie ist nichts, was in Büchern steht. Sie zeigt sich darin, wie wir unser Leben leben und gestalten, oder auch nicht.

 

 

Besser ist, alles mal neu zu überdenken!

Wir befinden uns in einer Epoche des fundamentalen Umbruchs. Was gestern noch funktioniert hat, funktioniert heute nicht mehr. Der Wachstum der Wirtschaft ist schon lange über seine Grenzen gegangen. Wir verbrauchen in etwa 8 Monaten das, was die Erde uns in einem Jahr zur Verfügung stellt. Unsere größte Reserve, das Meer ist voller Müll.  Unzählige Fischarten sind vom Aussterben bedroht, entweder durch Überfischung oder durch die Verschmutzung und Überwärmung des Wassers. Die Wüsten wachsen, die Gletscher schmelzen, Tierarten und Pflanzenarten verschwinden täglich, der Meeresspiegel steigt, die Kriege werden unmenschlicher und brutaler, es treten neue Krankheiten auf und die alten Heilmittel versagen zunehmend. Vieles davon ist menschgemacht. Aber es gibt auch andere Symptome, auf die wir keinen Einfluss haben, wie die Abschwächung des Erdmagnetfeldes mit seinen unvorhersehbaren Folgen.

Ich will hier nicht den Weltuntergang beschwören. Die Menschheit hat im Laufe der Geschichte schon viele Krisen und Katastrophen erlebt und überstanden. Dafür braucht es aber neue Wege, neue Gedanken, neue Werte. Wie soll das Gedankenmuster, dass uns in Schwierigkeiten gebracht hat, uns aus diesen Schwierigkeiten herausbringen? Das ist doch mehr als unwahrscheinlich.

Das wahrscheinlich schlimmste Argument der „alten Denkweise“ ist das Argument von der Erhaltung der Arbeitsplätze. Mit diesem Argument lässt sich scheinbar alles rechtfertigen: Der Raubbau an der Natur, die Vernichtung ganzer Landstriche, die Ausbeutung von Millionen von Menschen ohne Rücksicht auf Gesundheit und Leben, die Produktion von Waffen und Umweltgiften, die alles Leben auf diesem Planeten bedrohen. Und viele Menschen werden durch ihre Arbeit in der heutigen Form nicht glücklich, sondern krank, hart, frustriert und verbittert.

Wir sind alle mehr oder weniger Opfer dieser „Gehirnwäsche“, das wir produktiv sein müssen, um uns etwas „leisten“ zu können. Wir Menschen sind aber hier auf diesem Planeten mit einer anderen Aufgabe. Diese Aufgabe können wir nicht erfüllen, wenn wir vor Angst und Sorge und aus Mangel an Zeit nicht mehr dazu kommen. Von welcher Aufgabe rede ich hier? Das ist auf einer Ebene ganz einfach: Wir sind hier, um zu leben!Genauer, wir sind hier um als Menschen zu leben! Vieles hier auf der Erde lebt als automatisches System. Tiere, Pflanzen und Pilze sind reaktiv, aber im vorgegebenen Rahmen. Wir Menschen können über unsere automatischen Reaktionen bewusst sein und sie dadurch verändern, anpassen und verfeinern. Wir sind nicht Opfer, sondern Gestalter unserer eigenen Rolle – oder können es sein. Und wir brauchen nicht in eine schon „gebrauchte“ Rolle zu schlüpfen. Es gibt viele Sterne am Himmel, aber der Raum dazwischen ist um ein Vielfaches größer, unerforscht und undefiniert. Ich glaube, dass das das Versprechen ist, was uns unser einmaliger Fingerabdruck sagen will: Du bist einmalig! Lass Dir das nicht nehmen. Und fürchte Dich nicht davor, denn so ist es geplant und gewollt.

 

 

 

 

Um was geht es?

Da gab es Anfang der Woche in Chemnitz eine Demonstration unter dem Titel: „Wir sind mehr„. Ich unterstütze das Anliegen: Gegen den Hass. Aber frage mich gleichzeitig, wie kam dieser bescheuerte Titel zustande? Ein Titel der spaltet, anstatt das Gemeinsame zu betonen.

Es kann niemals um Mehrheiten gehen, denn dann gibt es keinen Fortschritt. Es geht um Wahrheiten und Gerechtigkeit. Adolf Hitler wurde mit großer Mehrheit gewählt*, Putin und Erdogan und viele andere Tyrannen auch. Es kann auch nicht darum gehen, wer stärker ist, sondern es muss darum gehen, was menschlicher und was zukunftweisend ist. Was steht im Einklang mit dem Universum?

Menschenverachtung ist nicht in Einklang mit dem Universum, welches uns beschützt und umsorgt. Wir können hier den größten Unfug veranstalten, das Universum bleibt stabil. Die Erde dreht sich weiter, die Sonne wird uns noch sehr lange mit Energie versorgen…

Wir leben hier auf einem Planeten, der auf den ersten Blick hin voller Gegensätze ist: Tag und Nacht, heiß und kalt, Licht und Dunkel, werden und sterben, Liebe und Hass… Es ist eine sehr lange Liste von Gegensätzen, die man finden kann.

Aber für diesen Planet sind das keine Gegensätze. Alles ist Teil eines harmonischen Prozesses, der dem Leben dient. Es gäbe kein Leben auf dieser Erde, wenn es immer nur Tag oder immer nur Nacht sein würde.

Die großen Veränderungen der heutigen Zeit können beängstigend sein. Die Zukunft wird anders sein als die Vergangenheit. Vieles was heute funktioniert, wird es morgen vielleicht nicht mehr tun. Wir haben keine Ahnung, was alles auf uns zukommt. Wenn wir das zugeben, haben wir schon den ersten Schritt getan. Wenn wir behaupten, wir wüssten genau, was zu tun ist und was richtig ist, verbauen wir uns den Weg.

Es geht also nicht ums „Recht haben„,  sondern ums Suchen, ums Einstimmen auf Neues. Das ist ein individueller Prozess und geschieht nicht im Kampf gegen andere.

*Da habe ich mich geirrt! Hitler kam nicht durch freie Wahlen an die Macht. Dadurch ändert sich jedoch nicht, was ich in diesem Blog sagen möchte. Trotzdem bitte ich mein Versehen zu entschuldigen. Ich distanziere mich ausdrücklich von „Fake News“, auch von meinen eigenen.

 

 

Vom menschlichen Leben

Was ist los in der Welt, frag ich mich? Ist es uns egal geworden, ob Menschen ertrinken, durch Bomben sterben, verhungern, im Gefängnis sitzen? Sind wir nur noch ängstlich besorgt um unser eigenes Leben, unseren bescheidenen Wohlstand?

Liegt es etwa an unfähigen Politikern?  Der Presse? Den Flüchtlingen? Oder liegt es an ganz etwas anderem, dass der Egoismus heute so viele Triumpfe feiert?

Das „Problem“ liegt für mich nicht in der Politik, nicht an äußeren Dingen,  sondern daran, dass der Glaube an die Sinnhaftigkeit menschlichen Lebens uns mehr und mehr verloren geht. Wenn Menschen nur noch als Produzent oder Konsument ihren Wert haben, können wir einige Tausend Menschenleben weniger, ganz gut verkraften. Es sind dann sowieso nur Konkurrenten, und nicht Mitmenschen, Brüder und Schwestern, Zeitgenossen, denen sich die gleichen Herausforderungen wie uns stellen.

Ich gehe jedoch davon aus, dass wir Menschen hier auf dieser Erde sind, um eine Aufgabe zu erfüllen. Damit ändert sich das Bild, und jeder Mensch wird wertvoll. Weil ohne ihn die Aufgabe nicht erfüllt werden kann – zumindest nicht seine persönliche Aufgabe. Und auch nicht unsere kollektive Aufgabe: Zeugen zu sein von all den Wundern und der Schönheit der Welt.

Wie komme ich darauf? Von all den Lebewesen auf dieser Welt haben – so weit wir es heute wissen – nur wir Menschen die Fähigkeit, Schönheit zu sehen, Kunst zu erschaffen und Wunder zu erkennen. Nur wir Menschen schauen hinauf in die Unendlichkeit des Universums und wissen, dass da so viel mehr ist, als in all unseren Büchern steht. Das es nicht nur Zeit, sondern auch Ewigkeit gibt. Nicht nur Entfernung, sondern auch Unendlichkeit…

Menschliches Leben ist großartig – oder kann es zumindest sein. Wir alle können großartig sein, wenn wir anfangen, über unsere eigene Beschränktheit und Engstirnigkeit hinüber zu sehen und zu gehen. Und wenn wir unser eigenes Leben als wertvoll erachten, dann kann es uns gar nicht mehr gleichgültig sein, was mit anderen, mit Mitmenschen geschieht. Es geht nicht um uns persönlich, sondern um das Leben, das höchste und wunderbarste Geschenk.

 

 

 

 

 

 

Menschen sind da viel besser

Das ist jetzt eine etwas längere Vorgeschichte, die ich hier erzähle, weil ich etwas „rüberbringen“ möchte, und ich hoffe, es gelingt mir durch diese kleine Geschichte.

In dem Auto, welches ich fahre, gibt es ein automatisches Fernlicht. Das heißt, wenn die Sensoren kein Licht erkennen, wird das Fernlicht aktiviert, sobald auf die Sensoren Licht fällt, schaltet die Automatik auf normales Fahrlicht um. Das funktioniert ganz gut, zeigt mir aber auch, wie viel besser wir Menschen sind, oder seien können. Und das hat was mit Qualitäten zu tun, die keine künstliche Intelligenz hat oder haben kann.

Die Automatik reagiert erst, wenn sie ein Licht erkennt. Wenn ich ohne diese Automatik fahre, reagiere ich viel früher. Denn ich weiß ja, dass mir jemand entgegen kommt, bevor mich dessen Scheinwerferlicht direkt trifft. Oder ich blende schon vor der Kurve ab, weil mir ja jemand entgegen kommen könnte. Dadurch, dass ich vorausschauend fahre, reduziere ich beim anderen Stress, hoffe ich. Denn auch ein kurzes Blenden verursacht beim anderen Stress, ganz egal,ob er es bemerkt oder nicht.

Wir Menschen können nicht nur Dinge und andere Menschen erkennen, sondern können auch einschätzen, was mit diesen gleich geschehen kann oder wird. Ist der Mann am Straßenrand betrunken, verwirrt oder ziemlich alt? Ist es ein spielendes Kind oder jemand, der in höchster Eile zu sein scheint? Wir Menschen können das alles erkennen und darauf Rücksicht nehmen. Kann ein Roboter oder Automat Rücksicht nehmen? Kann er zuvorkommend und höflich sein? Verzichtet ein Automat auf seine Vorfahrt, weil er sieht, dass sonst gleich der Verkehrsfluss stoppt? Hält er an, wenn jemand Hilfe braucht?

Jetzt kann man natürlich anführen, dass es viele Menschen gibt, die eben nicht umsichtig und rücksichtsvoll fahren. Sie fahren wie Automaten durch die Welt. Das ist leider so. Aber wir Menschen haben immer auch die Option, Mensch zu bleiben und nicht ein angegliedertes Teil der Maschinerie zu werden. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern überall. Wenn wir uns daran erinnern, das menschlich sein keine Schwäche, sondern unsere größte Stärke ist.

 

 

 

 

Fakenews

Es scheint, wir waren noch nie so gut informiert wie heute über das, was in der Welt so vorgeht. Aber gleichzeitig wird dadurch nicht viel klarer, denn es wimmelt von zielgerichteten Desinformationen, politisch gefärbten Kommentaren und versteckter Werbung. Wir werden ständig manipuliert. Allein die Auswahl der Nachrichten ist schon eine Manipulation. Irgendjemand hat beschlossen, was wichtig für uns ist und was nicht. Dann schreit hier der eine und da der andere „Fakenews“, und keiner blickt mehr durch, was wirklich „Sache“ ist.

Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Unser Leben heute besteht fast nur aus lauter „Fakenews“. Der „Mythos“ sagt, dass die Welt aus Guten und Bösen und aus Gewinnern und Verlierern besteht. Er sagt, dass Menschsein keinen Sinn hat, und das wir zuerst nach uns selbst sehen müssen… Man kann Bücher darüber schreiben, weil es auch ein Teil des Mythos ist, dass Dinge kompliziert und schwer sind. Wir müssen uns also ständig anstrengen und abmühen.

Auf dieser Ebene ist das Leben wirklich kompliziert. Es gibt wahrscheinlich so viele unterschiedliche Meinungen, wie es Menschen auf der Welt gibt, denn es gibt kaum etwas einfacheres und selbstverständlicheres, als eine Meinung zu haben. Und wehe, man hat keine Meinung und sagt: „Ich weiß es nicht“. Dabei wissen wir alle wirklich sehr wenig, was Wahrheit ist.

Wahrheit ist etwas aus der Mode gekommen. Heute wollen wir statt dessen Informationen, die unser eigenes kleines Weltbild  bestätigen. Alles andere muss ja gelogen sein.

Also gehen wir mal eine Ebene höher, und vieles Überflüssige fällt einfach weg. Hier sind wir mit Gegebenheiten konfrontiert, die man nicht wegdiskutieren kann. Hier ein paar davon:

Dieser Planet ist unsere einzige Grundlage und Heimat. Wir alle werden einmal sterben. Es gibt etwas, was uns am Leben erhält, und das ist nicht korrumpierbar.

Und dann gibt es noch eine weitere Ebene, über die man nicht diskutieren kann. Die hat mit Glauben zu tun. Es ist zum Beispiel – für mich – ganz unvorstellbar, dass das ganze gigantisch große Universum, mit allem, was darin existiert, ohne Sinn, Verstand und Gefühl entstanden ist. Und wir sind Teil dieses Universums, und nicht davon getrennt.

Bitte finden Sie Ihre eigenen Wahrheiten, denn das ist zumindest ein Teil, warum wir Menschen hier sind: Die Wahrheit zu suchen und für uns selbst zu finden, und sie dann nicht anderen um die Ohren zu hauen, sondern jedem seinen Weg zur Wahrheit selbst gehen zu lassen, wenn er das will.