Nie wieder Krieg, aber wie?

Was gerade in der Ukraine geschieht ist ein Rückfall in barbarische Zeiten. Immer, wenn so etwas geschieht, erschallt der Ruf: „Nie wieder Krieg!“ Ein paar Jahre später kommt dann der Nächste, der seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen versucht und Furcht, Schrecken und Unglück verbreitet, und wir fühlen uns bestürzt und hilflos.

Heute ist Putin der „Böse“, davor waren es Assad, Idi Amin, Stalin, Hitler, Attila, Mao Zedong, und so viele mehr. Es ist eine endlos lange Reihe von Kriegsherren, wobei das Wort „Herren“ das falsche ist, da sie sich durch ihr Tun auf eine Ebene unterhalb der menschlichen Ebene begeben haben.

Was ist all diesen „Herrschaften“ gemein? Wo kann man ansetzen, damit sich etwas Grundsätzliches ändert?

All diesen Tyrannen ist es gemein, das Leben nicht zu schätzen. Weder ihr eigenes noch das Leben anderer, sei das Mensch, Tier oder das Leben unseres blauen, fürsorgenden Planeten.

Das Leben, das größte Geschenk, welches man sich vorstellen und das man auch als solches erfahren kann, wenn man wirklich lebt und liebt.

Es sollte also die erste, wichtigste Aufgabe jeglicher Erziehung sein, den Wert für das Leben zu vermitteln, die Kinder teilhaben zulassen am Staunen über das Wunder des Lebens, und ihnen zu sagen und zu zeigen, dass Leben, jedes einzelne Leben, wichtiger ist als Leistungen, Noten, Rang, Titel oder Besitz. Das bedeutet, alle Kinder erst einmal so anzunehmen, zu respektieren und zu lieben, wie sie sind (am besten nicht nur die Kinder, und sondern alle Menschen)

Kindern die Liebe für das Leben beizubringen, ist gar nicht schwer, weil alle Kinder, wenn sie auf die Welt kommen, diese Liebe für das Leben schon mitbringen. Wir müssen also „nur“ versuchen, diese Liebe nicht zu zerstören. Kinder sind offen und neugierig für und auf das Leben. Und dann sagen und zeigen wir ihnen, dass sie nicht gut genug sind, nicht wichtig genug, um die erste Stelle in unserem Leben einzunehmen. Wir machen sie, oft unbeabsichtigt, aber trotzdem zu Verlierern.

Lebensliebe ist das größte Gegenmittel gegen Krieg, diese muss bei uns anfangen. Wenn wir das Leben tief und aufrichtig lieben, fällt es sehr schwer oder wird sogar unmöglich, Leben zu nehmen. Natürlich gibt es auch dann tragische Verwicklungen und Tragödien, in denen jemand sein Leben verliert. Aber das ist etwas anderes als Massenmord für seine eigenen Zwecke.

Das alles ist einfacher gesagt als getan. Es braucht dafür einen kompletten Neuanfang unseres Denkens, unseres Erziehungswesens und der Art wie wir miteinander umgehen. Also ist es streng genommen „utopisch“. Aber eine friedliche Erde ist auch eine Utopie, aber eine für die sich der Einsatz lohnt, allein weil die Alternative so schrecklich ist.

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