Freiheit und Verantwortung

Es ist schon ein wenig komplexer mit uns Menschen. Wenn ein Reh – zum Beispiel – geboren wird, hat es keinerlei Wahl, als zum Reh zu werden. Das gleiche gilt für alle Tiere und Pflanzen. Sie können nichts anderes werden, als das, was sie sind.

Wir Menschen werden mit einer viel größeren Freiheit geboren. Natürlich wird aus einem kleinen Menschenbaby hoffentlich ein erwachsener Mensch. Soweit geht die Entwicklung automatisch. Darüber liegen bei uns Menschen jedoch verschiedene Ebenen, in denen wir frei sind. Wir können aus der großen Palette von dem, was Menschen möglich ist, einen Teilbereich wählen und zum Beispiel Architekt oder Gärtner werden.

Dann kommt unsere nächste Wahlmöglichkeit: Wir können uns entscheiden, in dem, was wir machen, gut zu werden oder auch, uns das Leben so einfach wie möglich zu machen. Wir können uns nützlich machen oder auf Kosten anderer leben.

Wir können uns sogar entscheiden, uns wie ein Tier zu benehmen. Das was für ein Tier in Ordnung und völlig natürlich ist, ist es für uns Menschen sicherlich nicht. Denn wir sind anders ausgestattet. Wir haben die Wahl, und damit auch die Verantwortung. Erst einmal für uns selbst. Nutzen wir unsere Gaben oder verzichten wir auf unser Geburtsrecht und folgen unseren Impulsen, unseren egoistischen Wünschen und den Verlockungen unserer Zeit? Folgen wir der Masse und den Trends, egal wohin?

Darüber liegt dann eine Ebene, die uns erst wirklich zum Menschen werden lässt. Da liegen die Fragen, die sich nur Menschen stellen können: Die Frage nach Sinn, die Frage nach unserer Aufgabe hier. Und das nicht nur für uns persönlich. Warum wurde uns Menschen die Möglichkeit der Reflektion über unser Tun und die Möglichkeit des Bewusstwerdens gegeben? Sind wir das Endprodukt der Evolution oder ist Evolution jetzt unsere Aufgabe? Wozu haben wir Freiheit bekommen? Vielleicht sind wir ja viel wichtiger als wir glauben, weil wir hier eine Aufgabe haben.

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sehen wir doch, dass die Epoche der Ausbeutung der Schätze und Vorräte dieses Planeten zu Ende ist.

Die Frage ist: Was soll sich ändern, wie wollen wir es anders machen? Wie können wir diesen Planeten heilen, damit er auch für künftige Generationen eine Heimat seien kann?

Das können wir nicht mit unserem Kopf allein herausbekommen, weil unser Gehirn nicht mit dem Unbekannten umgehen kann. Aber wir haben ja auch andere Systeme, die sich hineinfühlen und die Stimme der Zukunft hören können.

Wenn wir erkennen, dass Mensch zu sein kein Automatismus ist, sondern eine – unsere – lebenslange Aufgabe… Was würde sich verändern?

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