Das ist jetzt eine etwas längere Vorgeschichte, die ich hier erzähle, weil ich etwas „rüberbringen“ möchte, und ich hoffe, es gelingt mir durch diese kleine Geschichte.
In dem Auto, welches ich fahre, gibt es ein automatisches Fernlicht. Das heißt, wenn die Sensoren kein Licht erkennen, wird das Fernlicht aktiviert, sobald auf die Sensoren Licht fällt, schaltet die Automatik auf normales Fahrlicht um. Das funktioniert ganz gut, zeigt mir aber auch, wie viel besser wir Menschen sind, oder seien können. Und das hat was mit Qualitäten zu tun, die keine künstliche Intelligenz hat oder haben kann.
Die Automatik reagiert erst, wenn sie ein Licht erkennt. Wenn ich ohne diese Automatik fahre, reagiere ich viel früher. Denn ich weiß ja, dass mir jemand entgegen kommt, bevor mich dessen Scheinwerferlicht direkt trifft. Oder ich blende schon vor der Kurve ab, weil mir ja jemand entgegen kommen könnte. Dadurch, dass ich vorausschauend fahre, reduziere ich beim anderen Stress, hoffe ich. Denn auch ein kurzes Blenden verursacht beim anderen Stress, ganz egal,ob er es bemerkt oder nicht.
Wir Menschen können nicht nur Dinge und andere Menschen erkennen, sondern können auch einschätzen, was mit diesen gleich geschehen kann oder wird. Ist der Mann am Straßenrand betrunken, verwirrt oder ziemlich alt? Ist es ein spielendes Kind oder jemand, der in höchster Eile zu sein scheint? Wir Menschen können das alles erkennen und darauf Rücksicht nehmen. Kann ein Roboter oder Automat Rücksicht nehmen? Kann er zuvorkommend und höflich sein? Verzichtet ein Automat auf seine Vorfahrt, weil er sieht, dass sonst gleich der Verkehrsfluss stoppt? Hält er an, wenn jemand Hilfe braucht?
Jetzt kann man natürlich anführen, dass es viele Menschen gibt, die eben nicht umsichtig und rücksichtsvoll fahren. Sie fahren wie Automaten durch die Welt. Das ist leider so. Aber wir Menschen haben immer auch die Option, Mensch zu bleiben und nicht ein angegliedertes Teil der Maschinerie zu werden. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern überall. Wenn wir uns daran erinnern, das menschlich sein keine Schwäche, sondern unsere größte Stärke ist.