Über die Würde des Menschen

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ So steht es im Grundgesetz. Wissen wir warum? Und wie sieht es in der Realität damit aus?

Es passt für mich nicht so richtig zur Würde, wenn ich – und alle anderen Menschen – ständig überwacht, verdächtigt und ausspioniert werde.

Menschsein ist immer das übergeordnete Kriterium. Was immer ich auch tue, ich bleibe Mensch. Das ist unser Geburtsrecht. Auch wenn ich mich nicht so verhalte, sondern wie ein Tier handle, ich bleibe Mensch. Es ist traurig genug, wenn wir unter unser (menschliches) Niveau gehen. Das gibt aber niemand anderem irgendwelche Rechte. Denn jeder ist erst einmal für sich selbst verantwortlich.

In den USA ist neulich ein Sänger irrtümlich verhaftet worden. Er hat sich danach fürchterlich beschwert, dass er wie ein Verbrecher behandelt worden ist. Und da liegt „der Hase im Pfeffer“: Niemand sollte je wie ein Verbrecher behandelt werden, egal ob berechtigt oder unberechtigt verhaftet wurde. Das heißt nicht, dass wir nicht die Gesetze durchsetzen sollten und Gesetzesverstöße nicht ahnden sollen. Es meint nur, das jeder Mensch mit Respekt behandelt werden sollte, unabhängig von seinen Taten. Denn wir wissen ja nichts über seine Geschichte, seine Dämonen oder seine Gründe. Und Dämonen haben wir alle.  Und wie ist es mit der Unschuldsvermutung?

Wir sind nicht nur Individuen, sondern wir alle sind Teil von etwas sehr Großem – der Menschheit. Und für die ist es wichtig, wie wir miteinander umgehen. Ob wir menschliche Standards einhalten oder nicht. Was wir im Umgang miteinander erlauben und was nicht. Das ist nicht nur für uns jetzt wichtig, sondern besonders für die Generationen, die uns folgen. Woher sollen unsere Kinder ihre Orientierung bekommen, wenn wir selbst schon keine mehr haben.

Und warum pochen wir selbst nicht stärker auf unsere Würde? Warum lassen wir uns alles gefallen? Ich glaube, wir haben vergessen, worin diese Würde begründet liegt. Wir haben vergessen, dass wir – jeder von uns – einmalig sind. Niemals vor uns und niemals nach uns wird jemand uns völlig gleich sein. Und allein durch diese Einmaligkeit sind wir schon eine Bereicherung für diese Erde. Wir geben dem Leben Ausdruck in einmaliger Weise. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir dem auch bewusst Ausdruck verleihen. Nicht hochmütig und arrogant, sondern in Demut und Bescheidenheit, aber trotzdem bestimmt die Würde des Menschsein zum Ausdruck bringen.

 

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