Herztöne

Hören wir doch mal auf unser Herz. Nicht in dem Sinne von Gefühl über Verstand, sondern ganz wörtlich.

Ich lag im warmen Wasser der Badewanne. Um mich herum war es still. Als ich mit den Ohren unter Wasser kam, hörte ich es: Diesen gleichmäßigen, konstanten Rhythmus meines Herzens: bum bum bum bum…

Dieses leise Geräusch hat mich all die Jahre meines Lebens begleitet, fast 65 Jahre lang. Und es wird mich auch den Rest meines Lebens begleiten. Wenn dieser Rhythmus einmal anhält, bin ich tot.

Es ist eine der Konstanten in meinem Leben. Egal was ich tue, das Herz schlägt weiter. Mal schneller, mal langsamer, aber es hört nicht auf mit seiner Tätigkeit. Es macht keine Pausen, braucht keinen Urlaub, kein Lob und keine Aufmerksamkeit. Es braucht weder Wartung noch Ölwechsel. Es gibt immer sein Bestes, deshalb müssen ein wenig darauf achten, es nicht zu überlasten.

Es erlaubt uns durch seine Beständigkeit unsere Flexibilität. Es hat nie Einwände oder Bedingungen zu dem, was wir tuen. Zum Glück ist es nicht launisch und hat schlechte Tage, das ist unser Privileg.

Wir könnten stolz darauf sein, solch ein Meisterwerk in unserer Brust zu tragen. Aber wir nehmen das meistens als selbstverständlich hin oder machen uns einfach nicht die Freude, unserem Herz zu zuhören.

Wenn wir es mal tun, verstehen wir vielleicht besser, was Treue und Beständigkeit sind und empfinden vielleicht ein wenig Dankbarkeit für unser Leben und seine Grundlagen, die es uns ermöglichen, frei zu sein.

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar