Eine menschliche Gesellschaft

Wie soll die nächste Stufe der Gesellschaft aussehen? Wir Menschen haben schon vieles ausprobiert: Absolutismus, Monarchie, Kommunismus, Kapitalismus, Demokratie, Diktatur usw. Wie wäre es mal mit einer menschlichen Gesellschaft?

Denn was uns alle verbindet, ist so viel mehr und bedeutsamer als alles, was uns trennt. Wir alle haben grundsätzlich das selbe Design, wir funktionieren auf die gleiche Weise. Die Hautfarbe kann unterschiedlich sein, das Herz im Inneren können wir nicht unterscheiden. Wir haben alle nur diesen einen Planeten, der uns erhält und ernährt. Wir alle empfinden Freude, Glück, Kummer und Schmerz. Wir empfinden aber nicht unser eigenes Glück, unseren eigenen Kummer. Sie gehören uns nicht, wir können sie nicht besitzen, konservieren, einfrieren oder gar verkaufen. Interessanterweise können wir sie mit anderen teilen. Freude z. B. ist etwas universelles, die Anlässe, Freude zu fühlen, unterscheiden sich. Das Gefühl und die Essenz sind gleich. Der Ausdruck des Gefühls variiert dann wieder von Mensch zu Mensch.

Natürlich sind wir alle unterschiedlich, jeder hat seinen einmaligen Fingerabdruck, sein eigenes unvergleichbares Leben, seine eigene einzigartige Kombination von Fähigkeiten und Talenten. Auch darin sind wir uns gleich, weil jeder einzigartig ist. Wenn wir das erkennen und dem entsprechend leben, brauchen wir die ständige Abgrenzung von anderen nicht mehr. Wir sind in erster Linie alle Menschen, dann beginnen die Unterschiede, und die sind wichtig, aber zweitrangig.

Vielleicht liegt es an unserer Überbevölkerung, an der Enge, in der wir zusammen leben, an der Flut von Informationen, die den Kern der Dinge verschleiert, und an unserer Angst, nicht gut genug zu sein, dass wir uns nicht mehr freuen, einen anderen Menschen zu sehen.

Stellen wir uns einmal vor, wir sind allein auf einer Expedition durch die Wüste. Wir haben genug Proviant dabei, so dass wir keinen Mangel haben. Eine Woche lang haben wir keinen Menschen getroffen. Plötzlich sehen wir in der Ferne einen anderen Menschen. Was für ein Gefühl! Es ist uns dann völlig egal, ob der andere Ausländer ist, welche Hautfarbe er hat, ob er arm oder reich ist… Es ist ein Mensch.

Das können wir auch in anderen Lebenslagen praktizieren. Nicht immer und überall, aber wenn wir in jemandem anderen den Menschen erkennen, stärken wir unsere eigene Menschlichkeit, stellen das, was uns trennt, in den Hintergrund und das, was wesentlich ist und uns verbindet, in den Vordergrund. Kleine Schritte hin zu einer menschlicheren Gesellschaft

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