Es wird manchmal gesagt, dass wir heute im „Informationszeitalter“ leben. 24 Stunden am Tag werden wir von Radio, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, Internet, Twitter, Facebook und so weiter mit Informationen versorgt oder sogar überschwemmt. Wir sehen Bilder von Kriegsschauplätzen und von Flugzeugabstürzen, hören von Hungersnöten und Epidemien. Die große Mehrheit der Berichte geht darum, was nicht funktioniert oder über all das, was früher oder später in einem Desaster enden wird.
Was tun wir uns damit eigentlich an? Wir sind hier auf der Welt um herauszufinden, warum wir hier auf dieser Welt sind, und wenn wir eine Antwort darauf gefunden haben, dieses uns damit gegebene Ziel zu verfolgen. Alle diese Informationen sind in keinerlei Weise dabei nützlich, unser eigenes Leben zu finden und zu leben. Ganz im Gegenteil, diese Informationen bilden eine Lärmquelle in uns, die uns daran hindern kann, die leisen, weisen Stimmen in uns, die uns leiten können, zu hören und zu verstehen.
Informationen, die wir nicht nutzen, integrieren und gebrauchen können, führen nur zu Irritationen, Spekulationen und Zweifeln, sie können uns unsicher, unruhig und zerstreut machen. Gedanken haben den Sinn, uns zu geeigneten, sinnvollen Taten zu lenken. Mit über 99% der Informationen, die wir erhalten, können wir rein gar nichts tun. Es sind Informationen über Orte in der Welt, wo wir nicht sind, über Dinge, die sich unserem Einfluß entziehen oder die in der Vergangenheit geschehen sind. Alles was wir aus den Medien erfahren, ist nicht mehr beeinflussbar, weil es schon in der Vergangenheit ist. So bleibt alles auf der Ebene der Information. Daher wird die Kette: vom Denken zum Handeln unterbrochen oder massiv gestört. Wir verlieren uns in einer Außenwelt und wissen nicht mehr, wer wir selbst sind.
Wir können wenig gegen diese Flut tun, aber wir können in uns selbst Filter installieren, die gewollte von unerwünschten Informationen trennen. Mit der Frage: „Geht mich das überhaupt etwas an?“, haben wir schon den ersten Filter gebildet und werden sehen, dass uns ein Großteil der Informationen überhaupt nichts angeht. Es verändert unser Leben in keinster Weise, wer Superstar wird oder wer gerade wen heiratet oder in irgend etwas verwickelt ist.
Dann gibt es noch die anderen Filter: Ich brauche nicht viele Informationen über Dinge, wenn sie grausam, pervers, tyrannisch, scheinheilig oder korrupt sind. Wir sind Menschen, wir können unmenschliche Dinge tun, aber wenn wir menschlich sein wollen, brauchen uns diese unmenschlichen Dinge nicht in ihren Einzelheiten zu interessieren. Wir sollten uns einfach und klar davon distanzieren. Das bedeutet nicht in jedem Fall, dass wir den Informationsflut abbrechen müssen – obwohl das eine gute Option ist – sondern das wir innerlich eine Position dazu beziehen. Das kann uns helfen, intakt zu bleiben und uns nicht in der Informationsflut zu verlieren. Und es kann auch helfen, die Unmenschlichkeit auf der Welt zu schwächen. Denn all das, über was wir nachdenken, wird von uns energetisiert und gestärkt.