Spielen wir einfach mal keine Rolle

Wir Menschen sind keine Computer. Wir sind Computern himmelweit überlegen,  denn wir können uns bewusst sein oder bewusst werden über das Programm, welches gerade in uns abläuft. Wir können – wenn wir uns darüber bewusst sind, was gerade abläuft – diese Programme stoppen, ändern, beeinflussen oder einfach ein anderes Programm starten. Das ich jetzt hier eine Computeranalogie verwende, dient nur der Veranschaulichung von dem, was ich sagen möchte.

Wir kommen auf diese Welt mit einer unbeschriebenen Festplatte, es gibt nur einige Grundprogramme, die dafür sorgen, dass wir weiterleben. Diese Festplatte hat unzählige Möglichkeiten der Verknüpfung, es wird aber durch die Welt, in die wir hinein geboren werden, durch den Einfluß unserer Eltern, Erzieher und Lehrer recht bald ein Programm aufgespielt, welches es uns erlaubt und ermöglicht, hier im 21. Jahrhundert zu Recht zu kommen. Das Spiel könnte man „Monopolie“ nennen und es geht darin ums Gewinnen und Verlieren, ums Reich werden und ums Pleite gehen. In diesem Spiel finden wir dann eine Rolle, mit der wir dann mehr oder weniger gut durchs Leben kommen und mit der wir uns dann auch mehr und mehr identifizieren.

Diese Rolle mag für unser Überleben nützlich sein, sie ist jedoch nur ein Splitter von dem, was Leben sein kann und bedeutet. Wir sind so winzig, im Angesicht des Universums, aber wir sind auch die Einzigen, die diese Enormetie wahrnehmen können, darüber staunen und tief im Inneren spüren können, dass wir davon nicht getrennt, sondern verbunden sind. Wir sind ein Teil von etwas sehr großem.

Wir wissen meistens nicht, wer und was wir sind, wir wissen es nur in Bezug auf dieses Spiel. Es ist eine unserer größten Ängste, keine Rolle zu spielen, wir fühlen uns dann unwichtig. Das sind wir jedoch  nie, wir haben immer eine Rolle im Universum, weil wir als Menschen so viele Dinge tuen können, die im weiten Universum nur wir machen können. Wir können die Dinge hinter den Dingen sehen  und wahrnehmen, unsere Wahrnehmungsfähigkeit stoppt nicht notwendigerweise an der Oberfläche. Wir können Schönheit sehen, anerkennen und dankbar dafür sein, wir können selbst schöpferisch tätig sein und so viel mehr und so viel mehr…

Deshalb laßt uns öfter „aus der Rolle fallen“, oder mal eine andere Rolle einnehmen. Wir kommen dadurch dem näher, was wir wirklich sind. Wenn wir gezwungen sind, unsere gewohnte Rolle zu spielen, dann können wir uns trotzdem jederzeit bewußt sein, dass wir nur eine Rolle in einem ziemlich primitiven Spiel spielen. Das Leben ist so viel größer, bunter, vielfältiger, schöner, überraschender, spontaner, reicher… als unsere beschränkende Rolle in den vorgegebenen Grenzen des Spiels.   

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